Der Energieverbrauch in Deutschland ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres weiter gestiegen. Insgesamt seien fast 233 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) verbraucht worden – 1,6 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das berichtete die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen in Köln. Als Grund nannte sie die kühlen Temperaturen Anfang des Jahres, den Schalttag im Februar, das Wirtschaftswachstum und den Bevölkerungszuwachs.

Während der Öl- und Erdgasverbrauch sowie der Verbrauch erneuerbarer Energien anstieg, ging der Verbrauch bei der Steinkohle, Braunkohle und der Kernkraft zurück, so die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen. Die erneuerbaren Energien steigerten ihren Beitrag zum gesamten Energieverbrauch um 2,8 Prozent. Die Windenergie legte um acht Prozent zu, Solarenergie verzeichnete ein Minus von vier Prozent, bei der Biomasse kam es zu einem Plus von zwei Prozent. Vor allem in der Stromerzeugung ging der Einsatz zugunsten erneuerbarer Energien zurück. Der Verbrauch der Stahlindustrie blieb dagegen nahezu unverändert.

Überdurchschnittlich stark nahm der Mineralölverbrauch zu – um rund vier Prozent. Bei Dieselkraftstoff gab es ein Plus von acht Prozent. Der Erdgasverbrauch lag mit knapp sieben Prozent im Plus. Hauptgründe für den Zuwachs waren der höhere Einsatz in der Stromerzeugung sowie das kühlere Wetter in den Monaten Januar, März und April.

Im Jahr 2015 war der Energieverbrauch hierzulande bereits um 1,1 Prozent angestiegen. Deutschland bezieht einen Großteil der Energie aus Importen. Laut dem Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) lag im Jahr 2014 der Anteil der Nettoimporte am Energieverbrauch bei 61 Prozent.