Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will Lebensmittel oder Elektrogeräte, deren Herstellung besonders viele oder seltene Ressourcen verbrauchen, mit einem zweiten Etikett versehen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

So sollen beispielsweise elektronische Geräte wie Handys oder Tablets gekennzeichnet werden, falls Erze wie Coltan eingesetzt wurden. Diese würden meist unter sehr schlechten Arbeits- und Umweltbedingungen in Afrika gefördert. Lebensmittel, deren Herstellung die Umwelt massiv schädigen, könnten ebenfalls mit einem solchen Label versehen werden. Darunter falle beispielsweise Rindfleisch aus Massentierhaltung, bei der große Mengen an Treibhausgas freigesetzt werden, heißt es in dem Bericht.

Die Vorschläge sind den Angaben zufolge Teil des Integrierten Umweltprogramms 2030, das Hendricks diesen Donnerstag vorstellen wird. Darin skizziert Hendricks eine Reihe von Maßnahmen, die direkt in Wirtschaft und Politik eingreifen. "Das 'Integrierte Umweltprogramm 2030' geht bewusst über den Zuständigkeitsbereich meines Hauses hinaus", schreibt sie laut Süddeutscher Zeitung.

So fordere die Ministerin das Recht, Gesetze für andere Ressorts vorschlagen zu dürfen. Ähnlich den Möglichkeiten des Familienministeriums, eine Frauenquote in Aufsichtsräten einzufordern, könnte das Umweltministerium so zum Beispiel höhere Ökostandards in der Landwirtschaft verlangen. Außerdem sollten in Zukunft alle Gesetzesvorhaben – etwa im Verkehrsbereich – verpflichtend auf ihre Folgen für die Umwelt geprüft werden.