Nach dem Rückruf von 2,5 Millionen Handys – Akkus des Smartphones Galaxy Note 7 waren beim Aufladen in Brand geraten – hat der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung nun erneut Ärger: Wie das Unternehmen mitteilte, gebe es Probleme mit sogenannten Topladern, die zwischen März 2011 und April 2016 produziert wurden. Laut einer Verbraucherklage sollen diese Waschmaschinen beim Betrieb auseinandergeflogen sein. Man stehe "in aktiven Gesprächen" mit der US-Verbraucherschutzbehörde über potenzielle Sicherheitsprobleme.

Nach Angaben von Samsung könnten bei den betroffenen Geräten "in seltenen Fällen" beim Waschen von Bettzeug oder großer sowie wasserfester Wäsche "unnormale Vibrationen" entstehen, "die das Risiko von Verletzungen oder Schäden bergen". Nutzer sollten im Falle solcher Wäscheladungen immer eine niedrigere Umdrehung wählen. Per Eingabe der Seriennummer könnten Kunden auf einer Website prüfen, ob sie betroffen sind.

Die Stellungnahme des Unternehmens erfolgte nach Bekanntwerden einer Sammelklage. Eine US-Anwaltsfirma hat diese in New Jersey eingereicht und dabei angegeben, dass "einige Samsung-Toplader in den Häusern der Eigentümer explodierten". Nach Angaben des Senders ABC wurden der Verbraucherschutzbehörde CPSC seit Anfang des vergangenen Jahres 21 Zwischenfälle gemeldet. Auf Fotos in den Unterlagen sind zerstörte Maschinen und zum Teil auch Schäden an umliegenden Wänden zu sehen.  

Probleme auch mit dem Galaxy Note 2

Für Samsung sind die "explodierenden" Waschmaschinen nicht das einzige Problem im Kampf um das Vertrauen der Kunden. Anfang September hatte das Unternehmen den Verkauf seines neuen Edeltelefons Galaxy Note 7 gestoppt und 2,5 Millionen Geräte zurückgerufen. Inzwischen wurden mehr als 60 Prozent der Geräte in den USA und Südkorea ausgetauscht. Offiziell registriert sind 92 Fälle, bei denen sich ein Gerät überhitzte oder Feuer fing. 

Von diesem Problem sind offenbar auch Samsung-Smartphones älteren Baujahrs betroffen. Nach Angaben der indischen Luftfahrtbehörde DGAC fing ein Smartphone vom Modell Galaxy Note 2 während eines Flugs der Airline Indigo von Chennai nach Singapur an zu qualmen. Passiere hätten die Flugbegleiter auf Rauch und Funken aufmerksam gemacht, die aus einem der Handgepäckfächer aufstiegen seien. Es sei kein Schaden entstanden und das Flugzeug sei sicher gelandet. Dennoch will die indische Luftfahrtbehörde nun Fluggesellschaften dazu anhalten, ihre Passagiere aufzufordern, Smartphones der Samsung-Note-Serie nicht mit an Bord zu nehmen oder zumindest während des Fluges auszuschalten.

Möglicherweise hat aber ein Ersatzakku den Brand ausgelöst: Im Galaxy Note 2, einem mittlerweile vier Jahre alten Gerät, lässt sich der Akku ganz einfach austauschen.

Update: Samsung betont, "dass außerhalb von Nordamerika verkaufte Waschmaschinen von dem aktuell beschriebenen Problem nicht betroffen sind. In Deutschland vertreibt Samsung keine Waschmaschinen der Bauart Toplader."