Steuerfahnder aus Nordrhein-Westfalen haben in den vergangenen zwei Jahren Ermittlungsverfahren gegen 57 Banken aus der Schweiz, Liechtenstein, Österreich und Luxemburg eingeleitet. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, wird den Banken Beihilfe zur Steuerhinterziehung zur Last gelegt.

Steuerfahnder werteten demnach die Selbstanzeigen deutscher Bürger aus, die den Behörden seit 2010 Schwarzgeldkonten im Ausland meldeten. Laut Süddeutsche Zeitung hätten sich die Fahnder die Selbstanzeigen gezielt daraufhin angeschaut, welche Banken wiederholt darin vorgekommen seien. In etwa zehn Verfahren seien sich die deutschen Steuerfahnder und die ausländischen Banken bereits über Bußgeldzahlungen in Höhe von insgesamt 120 Millionen Euro einig geworden. In einem größeren Fall werde derzeit über rund 60 Millionen Euro Bußgeld verhandelt.

Weil es mittlerweile um mehr als 50 Banken geht, befasst sich die Kölner Staatsanwaltschaft nicht mehr alleine mit den Verfahren. Die Bochumer Staatsanwaltschaft übernahm nun einige der Fälle.

Seit 2010 habe Nordrhein-Westfalen mit dem Vorgehen gegen Steuerhinterziehung mehr als 2,3 Milliarden Euro erzielt. Unter den verdächtigten Instituten sind dem Bericht zufolge auch Banken, die bereits vor Jahren anderweitig wegen Steuerdelikten aufgefallen waren. Neu sind die Verfahren gegen Banken in Österreich, das nicht als klassisches Land für Schwarzgeldkonten gesehen wird. Mit dem 2014 vom Europäischen Gerichtshof für unzulässig erklärten Bankengeheimnis in Erbschaftsfällen stiegen jedoch die Selbstanzeigen von Kunden.