Im diesjährigen Klimaschutz-Index steht die Bundesrepublik Deutschland auf dem 29. Platz. Das ist hinter Ländern wie Ägypten, Indonesien oder Indien und sieben Ränge hinter dem Ergebnis vom vergangenen Jahr. Die Umweltorganisationen Germanwatch und CAN Europe stellten den Index auf der Klimakonferenz in Marrakesch vor. Die besten Noten bekamen Frankreich, Schweden und Großbritannien.

Die ersten drei Plätze blieben allerdings leer. Wie schon in den vergangenen Jahren war den Autoren kein Land vorbildlich genug, um die Rangliste anzuführen. In den vergangenen zwei Jahren erreichte Deutschland im Klimaschutz-Index den 22. Platz. Das Abrutschen auf den 29. begründen die Klimaschützer damit, dass Deutschland seine Klimaziele für 2020 wohl nicht erreichen werde und weiterhin keinen Plan für einen Ausstieg aus der Braunkohle habe. Allerdings wurde der am Montag von der Bundesregierung beschlossene Klimaschutzplan 2050 bei dieser Bewertung noch nicht berücksichtigt.

Der Klimaschutz-Index vergleicht seit mehr als einem Jahrzehnt die 58 Länder mit dem größten Treibhausgasausstoß. Insgesamt ziehen die Verfasser ein positives Fazit für dieses Jahr: "Das Klimaabkommen von Paris hat erneuerbaren Energien und Energieeffizienz weltweit Rückenwind gegeben." Allerdings reichten die Anstrengungen bislang in keinem einzigen Land aus, um die Erderwärmung auf 1,5 bis 2 Grad zu begrenzen. Das war das Ziel, das sich die Weltgemeinschaft vor knapp einem Jahr in Paris gegeben hatte.

Klimaschutz - "Die Erde wird wärmer und der Mensch ist daran schuld" Hans Joachim Schellnhuber ist Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung. Am Rande einer ZEIT-Konferenz sagte er, Klimaschutz sei die stärkste Bekämpfung von Fluchtursachen. © Foto: Die ZEIT