Die Piloten der Lufthansa wollen ihren Streik auf unbestimmte Zeit fortsetzen – auch über den Samstag und damit vierten Streiktag hinaus. "Nach jetzigem Stand muss man mit weiteren Streiks rechnen", sagte Jörg Handwerg von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit. "Es gibt kein vorher festgelegtes Enddatum." Ein Ende des Arbeitskampfes sei nicht abzusehen. 

Ziel der Arbeitsniederlegungen sei es, von der Lufthansa ein verhandlungsfähiges Angebot zu erhalten. Bislang gebe es aber keine Basis für weitere Verhandlungen oder eine Schlichtung. Sobald diese vorliege, könne der am Mittwoch begonnene Arbeitskampf beendet werden. Das sei Konsens unter den Gewerkschaftsmitgliedern. "Die Kollegen erwarten, dass wir die Lufthansa nicht mit Samthandschuhen anfassen." 

Am heutigen Freitag fallen wegen des Streiks 830 Kurzstreckenflüge aus. Am Samstag dann sind viele Langstreckenverbindungen der Lufthansa von deutschen Flughäfen aus betroffen. Die Fluggesellschaft sagte 137 Flüge ab, darunter 88 Interkontinentalflüge. An den drei bisherigen Streiktagen waren mehr als 315.000 Passagiere von 2.618 Flugausfällen betroffen.

"Für Lufthansa eine Katastrophe"

Aussichten auf eine Einigung gibt es derzeit nicht. Beide Seiten stehen sich unversöhnlich gegenüber. Die Gewerkschaft fordert rückwirkend ab 2012 eine Lohnerhöhung von 3,7 Prozent im Jahr. Die Lufthansa bietet 2,5 Prozent über eine Laufzeit von gut sechs Jahren und hat die Piloten zu einer Schlichtung aufgefordert. Schon jetzt zahle die Airline ihren Piloten mehr als bei anderen Fluggesellschaften üblich, argumentiert das Unternehmen.

Der Tarifstreit bei der größten deutschen Airline reicht zurück bis in den April 2014. Seitdem sind die bei Cockpit organisierten Piloten 14 Mal in den Ausstand getreten. Am kommenden Mittwoch wollen sie am Frankfurter Flughafen demonstrieren, sollte es bis dahin keine Einigung geben.

Tarifkonflikt - Streik bei der Lufthansa weiterhin ergebnislos Die Vereinigung Cockpit und die Lufthansa haben sich bisher nicht auf eine Tariferhöhung einigen können. Rund 100.000 Passagiere in Deutschland sind von dem Streik betroffen. © Foto: Matthias Balk/dpa

Anleger verlieren allmählich die Geduld mit der Lufthansa. Die Aktie verlor ein halbes Prozent und war einer der größten Dax-Verlierer. "Der Streik ist für das Image der Lufthansa eine Katastrophe", sagte ein Händler. "Er kostet viel Geld und es ist nicht absehbar, dass die Lufthansa oder die Piloten einlenken."