Die staatlichen Ausgaben für Flüchtlinge einerseits und ihr Konsum andererseits haben in Deutschland im letzten Jahr die Konjunktur angekurbelt. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sagte gegenüber der Rheinischen Post: "Die staatlichen Leistungen für Geflüchtete wirken wie ein kleines Konjunkturprogramm, denn ultimativ kommen sie vor allem deutschen Unternehmen und Arbeitnehmern durch eine höhere Nachfrage zugute."

Neben den rund 20 Milliarden Euro staatlicher Mehrausgaben im Zusammenhang mit Flüchtlingen im Jahr 2016, hat sich auch der private Konsum der Flüchtlinge positiv auf die Wirtschaft ausgewirkt. Der private Konsum steige unter anderem deshalb, "weil durch die stärkere Zuwanderung einfach mehr Menschen bei uns sind, die in Deutschland Geld ausgeben", sagte Clemens Fuest, der Präsident des Ifo-Instituts, gegenüber der Zeitung. Beides stimuliere die Binnenkonjunktur, so Fuest weiter.

Laut Marcel Fratzscher wird sich der positive Effekt der Flüchtlinge auf die Wirtschaftsleistung in den kommenden Jahren weiter verstärken. Langfristig könne er bei 0,7 Prozent Wachstum pro Jahr liegen. Noch machten die Geflüchteten erst knapp ein Prozent der Erwerbstätigen aus. Langfristig aber "könnte die Integration der Geflüchteten die deutsche Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent oder mehr erhöhen", sagte Fratzscher.