Die amerikanische Notenbank Fed hat wie erwartet ihren Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld um einen Viertelpunkt auf 0,5 bis 0,75 Prozent angehoben. Seit Dezember 2015 hatte sie ihn in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent gehalten.

Damit setzt die Fed ihren Kurs fort, die Geldpolitik nach der Finanzkrise zu normalisieren. Vorausgegangen waren Jahre mit einem Rekordtief nahe Null, das während der Finanzkrise 2008 festgelegt worden war. Dadurch sollten sich Banken zu günstigen Kondition Geld leihen können und damit die Wirtschaft mit billigen Krediten versorgen, um die Konjunkt zu stützen.

Die Fed hatte bereits signalisiert, dass zusätzliche Zinserhöhungen mit Verbesserung der Wirtschaft und einer Annäherung der Inflation an das Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank wahrscheinlich langsam erfolgen werden. Die Arbeitslosenquote liegt inzwischen bei 4,6 Prozent. Auch die Inflation zieht langsam an, weil die höhere Beschäftigung zu höheren Einkommen führt. Außerdem sind Energie- und Rohstoffpreise wieder leicht im Aufwärtstrend.

Die US-Zinspolitik hat vor allem in Entwicklungsländern große Auswirkungen, weil dort viele Geschäfte in US-Dollar abgewickelt werden und auch Schulden in der Währung auflaufen.

Unklar blieb nach der Ankündigung, inwieweit die Wirtschaftspolitik der neuen US-Regierung um den künftigen Präsidenten Donald Trump die künftige Geldpolitik beeinflussen wird. "Ein möglicher, vorübergehender Schub für Wachstum und Inflation könnte zu mehr Zinsschritten im Jahr 2017 führen, als zunächst erwartet", sagte der Chef-Volkswirt der Münchner Rück, Michael Menhart. Die Unsicherheit hinsichtlich Trumps Wirtschaftspolitik überwiege jedoch weiterhin. Signale von Fed-Mitgliedern sprechen derzeit für drei Zinsschritte im kommenden Jahr.

In Europa hatte die Europäische Zentralbank erst vorige Woche ihre ohnehin extrem weit geöffneten Geldschleusen noch einmal ein Stück weiter geöffnet und neue Anleihekäufe im Milliardenvolumen angekündigt. Ein Zinserhöhung in der Eurozone liegt damit noch in weiter Ferne. Eine zu große Lücke zwischen europäischem und US-amerikanischem Zinsniveau wäre eine weitere Belastung für die Gemeinschaftswährung Euro.

Noch am Dienstag hatte der Dax bei 11.300 Punkten einen weiteren Höchststand seit einem Jahr erreicht und seit seinem Zwischentief bei rund 10.400 Punkten Anfang des Monats 8,5 Prozent hinzugewonnen. Mittlerweile häufen sich deshalb die Warnungen von Börsenfachleuten vor einer Überhitzung des Marktes und einer Korrektur im noch intakten Aufwärtstrend.

Die Fed hatte Ende 2008 angesichts der Finanzkrise eine Ära der Nullzinsen eingeleitet, die sie dann vor einem Jahr beendete.