Trotz vieler internationaler Krisenherde ist die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr wieder kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg um 1,9 Prozent und damit so stark wie seit 2011 nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. 2015 hatte es ein Plus von 1,7 Prozent gegeben.

Damit nahm der gesamte deutsche Staat – also Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen zusammen – zum dritten Mal in Folge mehr Geld ein, als er ausgab; in absoluten Zahlen seien das mehr als 19 Milliarden Euro. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums, das ein anderes Verfahren zu Berechnung zugrundelegt als das Statistische Bundesamt, verzeichnete der Bund allein ein Plus von 6,2 Milliarden Euro. Diese sollen in den Schuldenabbau fließen, teilte das Ministerium mit.

Zu der Entwicklung beigetragen habe vor allem der private Konsum. Rekordbeschäftigung, steigende Löhne und billiges Tanken und Heizen stärkten die Kaufkraft der Verbraucher. Aber auch staatliche Investitionen legten zu; so wurden erneut Milliarden ausgegeben, um Flüchtlinge unterzubringen und zu integrieren.

Langsameres Wachstum für 2017 erwartet

In diesem Jahr dürfte sich das Wirtschaftswachstum nach Ansicht der Bundesregierung auf 1,4 Prozent abflauen, nicht zuletzt wegen der geringeren Zahl von Arbeitstagen. Allerdings machen Experten auch Risiken aus, die die Konjunktur spürbar dämpfen könnten. So dürften die Brexit-Verhandlungen Großbritanniens bei Firmen und Investoren Verunsicherung auslösen. Zudem warnen viele Ökonomen, dass der künftige US-Präsident Donald Trump den Freihandel einschränken könnte. Dies würde die Exportnation Deutschland belasten.