Die japanische Regierung nimmt den heimischen Autobauer Toyota nach einer Attacke des künftigen US-Präsidenten Donald Trump in Schutz. "Japanische Autobauer leisten signifikante Beiträge bezüglich Arbeitsplätzen in den Vereinigten Staaten. Es ist wichtig, dass ihre Bemühungen und Ergebnisse breit akzeptiert werden", sagte der Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie (Meti), Hiroshige Seko, laut Berichten der Nachrichtenagentur Kyodo.

Toyota bemühe sich, ein gutes Unternehmen für die Bürger zu sein, erklärte der Sprecher der Regierung, Yoshihide Suga. Toyotas Aktie gab an der Börse Tokio in einer ersten Reaktion auf Trumps Androhung von Strafzöllen nach. Zeitweise war der Aktienkurs um mehr als drei Prozentpunkte gefallen.

Trump hatte am Donnerstag auf Twitter an Toyota gewandt geschrieben: "Baut die Anlage in den USA oder zahlt eine hohe Grenzsteuer." Der japanische Konzern hat Pläne, eine Fertigungsanlage in Mexiko zu bauen, um Autos vom Typ Corolla für den US-Markt herzustellen. Dies kommentierte Trump mit den Worten: "Auf keinen Fall!"


Eine Sprecherin von Toyota in Tokio verwies nach dem verbalen Angriff auf eine Stellungnahme des Konzerns in den USA. Demnach werde sich weder das Produktionsvolumen noch die Beschäftigung in den USA als Ergebnis der 2015 angekündigten Fabrik im mexikanischen Guanajuato verringern. Der Grundstein für das Werk wurde im November gelegt, der Konzern will dort rund eine Milliarde Dollar investieren.

Andere Autobauer ebenfalls in der Kritik

Toyota sei seit fast 60 Jahren ein Teil der Kultur der USA, sagte die Firmensprecherin. Mit Direktinvestitionen von mehr als 21,9 Milliarden Dollar, zehn Produktionsstätten und 136.000 Beschäftigten wolle Toyota mit Trumps Regierung im Sinne der Kunden und der Autoindustrie kooperieren.

Toyota-Chef Akio Toyoda hatte Reportern in New York gesagt, sein Unternehmen werde Trumps Entscheidungen bei den geplanten Geschäften in Mexiko berücksichtigen. Toyota denke stets darüber nach, die US-Produktion zu steigern und wolle ein gutes Unternehmen für die US-Bürger sein. Toyoda wolle sich um die Situation kümmern, wenn sie klarer sei.

Toyota ist der dritte große Autobauer, den Trump wegen der Produktion von US-Importgütern im Niedriglohn-Nachbarland Mexiko attackiert. Nach der Kritik an Toyota waren auch die Aktienkurse von anderen Autoherstellern gesunken, Nissan lag knapp 1,8 Prozent im Minus, Honda 1,5 etwa Prozent.

Zuletzt war Trump den US-Marktführer General Motors (GM) angegangen, davor hatte sich Ford über ein Jahr lang Kritik anhören müssen. Vor wenigen Tagen hatte Ford schließlich angekündigt, auf eine Milliardeninvestition in Mexiko zu verzichten und stattdessen hunderte neue Arbeitsplätze in den USA zu schaffen. Der Konzern hatte betont, die Entscheidung unabhängig von Trump gefällt zu haben.