Nach der jüngsten Anhebung der Beiträge zur Pflegeversicherung sollen diese laut Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe vorerst nicht weiter steigen. Er gehe "auf heutiger Basis davon aus, dass die Beiträge bis zum Jahr 2022 stabil bleiben", sagte der CDU-Politiker der Süddeutschen Zeitung. "Die Beitragszahler müssen vor zu hohen finanziellen Belastungen geschützt werden", sagte der Minister. Gleichzeitig sei es aber auch wichtig, den Alten und Kranken auf lange Sicht eine gute Versorgung zu ermöglichen. "Es geht dabei um gelebte Mitmenschlichkeit und die richtigen Prioritäten", sagte Gröhe.

Zum Jahresbeginn waren die Beiträge um 0,2 Prozent gestiegen, um die zeitgleich in Kraft getretene Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung zu finanzieren. Die Ausweitung der Leistungen insbesondere für Demenzkranke kostet jährlich fünf Milliarden Euro.

Bei der Frage, wer pflegebedürftig ist und wer nicht, sollen Demenzkranke nun besser gestellt werden. Zudem wurden die Minutenpflege und das alte System der Pflegestufen abgeschafft. Die Beiträge waren angehoben worden, um diese Reform zu finanzieren. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen wird von Angehörigen daheim betreut.