Die US-amerikanische Ratingagentur Moody's hat sich im Rechtsstreit um geschönte Kreditbewertungen mit dem US-Justizministerium und 21 Bundesstaaten geeinigt. Für sein Fehlverhalten und die Mitverantwortung an der weltweiten Finanzkrise 2008 hat das Unternehmen einer Strafzahlung in Höhe von 864 Millionen Dollar zugestimmt. 437,5 Millionen gehen demnach an die Bundesbehörde, 426,3 an die Staaten.

Das Justizministerium hatte der Agentur vorgeworfen, hochriskante Wertpapiere, die zum Teil mit faulen Immobilienkrediten besichert waren, viel zu positiv bewertet zu haben. Damit seien Kunden zum Kauf der Papiere verleitet worden, deren hohes Risiko ihnen nicht bewusst gewesen sei. Derartige Immobilienpapiere standen im Zentrum der Entwicklung, die 2008 zur Weltfinanzkrise führte.

Eine "beträchtliche Strafe"

Das US-Justizministerium zeigte sich zufrieden mit dem Vergleich. Moody's zahle nicht nur eine "beträchtliche Strafe", sondern habe zudem sein Fehlverhalten eingestehen müssen, teilte die Behörde mit. Im Jahr 2015 hatte das Ministerium bereits einen ähnlichen Vergleich mit der Agentur Standard and Poor's (S&P) geschlossen, einem Konkurrenten von Moody's. S&P hatte 1,37 Milliarden Dollar zahlen müssen.

Moody's selbst erklärte, seinen eigenen Standards nicht gefolgt zu sein. In den kommenden fünf Jahren blieben daher bereits bestehende Maßnahmen erhalten, um die "Integrität, Unabhängigkeit und Qualität der Kreditratings" zu stärken, hieß es in einer Mitteilung.

Zudem kämen noch weitere Reformen hinzu, die die Objektivität der Bewertungen garantieren sollen. Dazu gehört beispielsweise, dass Änderungen am Ratingsystem unabhängig überprüft werden und sichergestellt wird, dass Mitarbeiter nicht auf Grundlage des finanziellen Erfolgs von Moody's vergütet werden.