Der US-Milliardär George Soros nennt Donald Trump einen Blender und Hochstapler, den die Institutionen in den USA aber schlussendlich stoppen würden. Auch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble sieht in der Wirtschaftspolitik des künftigen US-Präsidenten keine größere Gefahr. "Ich glaube nicht, dass morgen der große Handelskrieg ausbricht", sagte Schäuble dem Spiegel. "Aber natürlich werden wir darauf pochen, dass Vereinbarungen eingehalten werden." Auch die USA hätten internationale Abkommen unterzeichnet.

Zugleich kritisierte Schäuble Trumps Druck auf die Automobilindustrie. "Wenn Trump den Amerikanern wirklich vorschreiben will, welche Automarken sie kaufen sollen, wünsche ich ihm viel Glück", sagte Schäuble. "Das ist nicht meine Vorstellung von Amerika. Ich glaube auch nicht, dass es seine ist."

Schäuble sagte in Davos, er hoffe, dass die neue US-Regierung unter Präsident Trump nicht ausschere aus der Gruppe derer, die den freien Welthandel verteidigten.

Trump, der am heutigen Freitag vereidigt wird, hatte die Schaffung von Jobs zu einer obersten Priorität erklärt. Im Vorfeld seiner Amtseinführung hatte er die Freihandelsverträge seines Landes kritisiert und neue Zölle androht, etwa für Autos des deutschen Herstellers BMW, der in Mexiko ein Werk baut. Trump kündigte zudem Subventionen für die heimische Wirtschaft und einen abgeschotteten Binnenmarkt an.

Auch ein Großteil der deutschen Unternehmer sieht den Amtsantritt Trumps eher positiv. Nur ein geringer Teil befürchtet Risiken. Unter politischen Meinungsführern ist jedoch der Großteil skeptisch, wie eine Allensbach-Umfrage ergab.

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos warnte Schäuble zudem vor einem Scheitern der anstehenden Brexit-Verhandlungen. "Das wäre ein Desaster für uns alle." Die Bundesregierung werde alles daran setzen, das zu vermeiden. Die Risiken und Schäden sollten für beide Seiten so gering wie nur möglich sein.