Angesichts protektionistischer Töne des künftigen US-Präsidenten Donald Trump hat China vor den Folgen eines Handelskriegs gewarnt. Niemand werde aus einer solchen Konfrontation als Sieger hervorgehen, sagte Staatschef Xi Jinping auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Protektionismus sei, als ob man sich in eine "dunkle Kammer" einschließe, in die kein Außenlicht dringe.

"Ob man es mag oder nicht: Die globale Wirtschaft ist ein großer Ozean, aus dem man nicht entkommen kann", sagte Xi. Es gehe darum, die Folgen einer globalen Wirtschaft abzufedern. Die 99 anwesenden Staaten bezeichnete er als "Schicksalsgemeinschaft". 

Den designierten US-Präsidenten nannte der Anführer der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft in seiner Rede nicht beim Namen. Trump tritt am Freitag die Nachfolge von Barack Obama an. Er hatte China mehrfach vorgeworfen, für Jobverluste in den USA verantwortlich zu sein, und angekündigt, hohe Importzölle auf Waren zu verhängen, die aus dem Ausland importiert werden. In China wurden daraufhin Warnungen vor einem Isolationismus der USA laut.

Xi ist mit mehr als 100 Delegierten nach Davos gereist. Es war der erste Auftritt  eines chinesischen Staatschefs auf der Konferenz der Finanzelite in der Schweiz. Das Weltwirtschaftsforum steht in diesem Jahr unter dem Motto "Responsive and Resposible Leadership". 3.000 Spitzenpolitiker, Topmanager und Wissenschaftler nehmen noch bis Freitag daran teil – so viele wie nie zuvor.