Seit dem Jahr 2000 hat jeder Deutsche einen durchschnittlichen Verlust von durchschnittlich 7.500 Euro im Ausland erlitten. Wie? Hat unser Land volkswirtschaftlich betrachtet wegen der Rekord-Exportüberschüsse nicht viel mehr Geld von seinen ausländischen Partnern eingenommen als umgekehrt? Ja, die deutschen Unternehmen und somit auch die Bürgerinnen und Bürger haben 2.200 Milliarden Euro mehr an Gütern und Dienstleistungen produziert und exportiert als verbraucht. Soweit zur positiven Handelsbilanz.

Was aber geschah mit dem Geld, das die deutsche Volkswirtschaft eingenommen hat? Es wurde von  deutschen Unternehmen, vor allem von deutsche Banken und andere Finanzinstitutionen, bevorzugt im Ausland investiert. Die dort angelegten Ersparnisse haben in den vergangenen Jahrzehnten aber hohe Verluste gemacht. Netto wurden so 2.200 Milliarden Euro seit dem Jahr 2000 im Ausland investiert und angelegt, dieses Auslandsvermögen beträgt heute jedoch nur noch 1.600 Milliarden Euro, oder durchschnittlich 20.000 Euro pro Kopf. Es wurden also hohe Verluste auf diese Auslandsinvestitionen gemacht. Sie belaufen sich auf 600 Milliarden Euro, das sind die 7.500 Euro pro Kopf.

Steuerzahler haben schludrige Banken gerettet

Wie konnte es dazu kommen? Die Antwort ist: Allen voran die deutschen Banken haben ungeheuer viel Geld im Ausland sehr schlecht investiert. Es ging nicht nur sehr viel Geld verloren, der deutsche Steuerzahler musste auch noch viele der betroffenen Institute retten. In fast keinem Land Europas haben die Banken während der globalen Finanzkrise mehr Verluste gemacht und ist der Steuerzahler mit höheren Summen eingesprungen als in Deutschland.

Das war nicht nur der globalen Finanzkrise geschuldet. Deutsche Unternehmen und Finanzinstitutionen waren in der Vergangenheit schon schlecht darin, ihr Geld im Ausland gewinnbringend zu investieren. So kauften viele deutsche Unternehmen in den 1990er Jahren amerikanische Technologieunternehmen zu völlig überhöhten Preisen, um dann einen großen Teil dieser Investitionen durch das Platzen der Dotcom-Blase zu verlieren.

Diese riesigen Verluste sind umso erstaunlicher, weil die Zinsen auf Deutschlands eigene Verpflichtungen gegenüber Ausländern obendrein noch sehr niedrig sind. Diese halten zu einem ungewöhnlich hohen Anteil sichere deutsche Staatsanleihen, die zurzeit sogar meist negative Zinsen anbieten. Ein Grund für das katastrophale Scheitern deutscher Finanzinstitutionen und Unternehmen im Ausland mag in fehlender Kompetenz und auch in der schieren Größe dieser Summe liegen.