Etwa 800.000 Angestellte im öffentlichen Dienst bekommen in den nächsten zwei Jahren mehr Gehalt. Darauf einigten sich Vertreter der Bundesländer und verschiedener Gewerkschaften am Freitagabend. Demnach sollen die Arbeitnehmer in diesem Jahr zwei Prozent mehr Gehalt bekommen. 2018 soll dieses noch mal um 2,35 Prozent aufgestockt werden.

Die Tarifparteien einigten sich zudem darauf, die Länder-Besoldungstabellen an die des Bundes und der Kommunen anzupassen. Dadurch erhalten Zehntausende Lehrer, die vor allem in ostdeutschen Ländern nicht verbeamtet, sondern angestellt werden, jeden Monat bis zu 150 Euro mehr. Diese Anpassung soll in zwei Schritten zum 1. Januar 2018 und 1. Oktober 2018 erfolgen. Darüber hinaus erhalten die Auszubildenden eine in zwei Schritten von jeweils 35 Euro erhöhte Vergütung sowie künftig 29 Tage Urlaub im Jahr.

Rund drei Millionen Menschen könnten profitieren

Das Tarifergebnis wird von den Landtagen üblicherweise auch auf die Länderbeamten sowie Pensionäre übertragen. Damit würden die Lohnerhöhungen für insgesamt rund drei Millionen Menschen gelten.

Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, nannte das Ergebnis positiv. Die angestrebten Ziele seien in hohem Maße erreicht worden. Nach Darstellung Bsirskes stimmte die ver.di-Tarifkommission dem Tarifabschluss einstimmig ohne Gegenstimmen und Enthaltungen zu.

Der Verhandlungsführer des Beamtenbundes dbb Willi Russ sagte, durch die Erhöhungen seien nachhaltige Verbesserungen erreicht worden. "Alle drei Punkte sind enorm wichtig für die Fachkräftegewinnung und die Konkurrenzfähigkeit des Landesdienstes auf dem Arbeitsmarkt." Außerdem bedeute dieser Abschluss ein willkommenes Plus im Portemonnaie der Kolleginnen und Kollegen und eine Kaufkraftstärkung für die Binnenkonjunktur.

Vor der Einigung hatte es in den vergangenen Wochen diverse Warnstreiks gegeben. Mitglieder der Gewerkschaften hatten deutschlandweit den Betrieb von Schulen, Kitas, Straßenmeistereien und Universitätskliniken teilweise zum Erliegen gebracht.

Die Gewerkschaften wollten sechs Prozent mehr Lohn

Der Verhandlungsführer des Arbeitgeberbündnisses Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und niedersächsische Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) bezifferte die Mehrkosten für die Länder in diesem Jahr auf 870 Millionen Euro und 2018 auf 1,9 Milliarden Euro für die 800.000 Länderangestellten.

Das Ziel der Gewerkschaft ver.di, des Beamtenbundes dbb und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) war ursprünglich sechs Prozent mehr Gehalt für die insgesamt etwa eine Million Landesbeschäftigten. Die TdL hatte hingegen vor einem unfinanzierbaren Tarifabschluss gewarnt. In dem Forderungspaket, das die Länder sieben Milliarden Euro gekostet hätte, war auch eine Einmalzahlung für untere Gehaltsgruppen enthalten.