Die beiden Gründer der im Zentrum der Panama-Papers-Enthüllungen stehenden Kanzlei Mossack Fonseca sind festgenommen worden. Das teilte laut Medienberichten die Generalstaatsanwältin Panamas, Kenia Porcell, mit.

Die Festnahme erfolgte demnach allerdings nicht wegen der Gründung Zehntausender Briefkastenfirmen. Der Kanzlei wird vielmehr vorgeworfen, an einem brasilianischen Korruptionsnetzwerk mitgewirkt zu haben. Bei den Ermittlungen geht es um Schmiergeldzahlungen bei der Vergabe von Bauprojekten. Im Fokus steht der brasilianische Baukonzern Odebrecht, der in zwölf Ländern bis zu 785 Millionen Dollar gezahlt haben soll, um Bauaufträge zu erhalten.

Mossack Fonseca war im April 2016 weltweit bekannt geworden, nachdem ein internationales Netzwerk investigativer Journalisten über mehr als 200.000 von der Kanzlei gegründete Briefkastenfirmen berichtet hatte, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

Die Kanzlei wehrte sich gegen die Vorwürfe. Die in Panama-Stadt ansässige Kanzlei argumentierte, dass die Enthüllungen auf gestohlenen Informationen beruhten und somit illegal gewesen seien.