In mehreren Bundesländern musste am Vormittag der Unterricht ausfallen, da Lehrer wie angekündigt mit Warnstreiks begonnen haben. Zuvor war die zweite Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaftsvertretern ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen.

In den einzelnen Bundesländern haben die Streiks unterschiedliche Auswirkungen. In Nordrhein-Westfalen etwa gilt der Aufruf zum Streik für rund 10.000 Lehrer, die tariflich beschäftigt sind und Mitglieder in der Gewerkschaft Erziehung und Wissen (GEW) sind. In Düsseldorf, Köln, Dortmund, Bielefeld und Münster sind Kundgebungen geplant.

In Niedersachsen wiederum sind 20 Schulen betroffen. Laut GEW sind dort mehrere Hundert Lehrer und Schulbedienstete in den Ausstand getreten. Auch in Mecklenburg-Vorpommern könnten die Gewerkschaften im Laufe des Tages zahlreiche Landeseinrichtungen lahmlegen. Neben den Schulen dürften auch Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Straßen- und Autobahnmeistereien betroffen sein.

Auslöser für die Streiks sind die Verhandlungen über den künftigen Verdienst von rund einer Million Angestellter der Länder. Die Gewerkschaften wollen, dass die Gehälter um sechs Prozent steigen, die Arbeitgeber von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) wies diese Forderung bislang als viel zu hoch zurück. Beide Seiten hoffen nun auf einen Durchbruch in der dritten und vorerst letzten Verhandlungsrunde, die am 16. Februar erneut in Potsdam stattfindet.

Bis dahin könnten sich die Streiks noch ausweiten. Dann wären nicht nur Schulen, sondern auch Unikliniken, Polizei, Justizverwaltung und Straßenmeistereien in mehreren Bundesländern betroffen. Neben der GEW ist auch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di involviert, die beispielsweise für diesen Donnerstag zu einem ganztägigen Warnstreik an Hamburger Schulen aufgerufen hat.