Der deutsche Jobmarkt verkraftet die Flüchtlinge laut einer Analyse des IMK-Instituts bisher gut. "Obwohl mehr anerkannte Asylbewerber und andere Zuwanderer auf den Arbeitsmarkt kommen, sinkt die Arbeitslosigkeit weiter spürbar", sagen die gewerkschaftsnahen Forscher in ihrer Konjunkturprognose voraus. Im laufenden Jahr dürfte die Zahl der Arbeitslosen demnach um 110.000 auf 2,58 Millionen im Jahresschnitt sinken.

Für 2018 erwartet das IMK einen weiteren Rückgang um rund 80.000 auf etwa 2,49 Millionen. Grund für die positive Entwicklung sei demnach, dass die Wirtschaft kräftig Stellen schaffe. Zudem verstärke der Staat arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, um Flüchtlinge zu qualifizieren.

Die Düsseldorfer Experten äußern sich auch für die gesamte Konjunktur optimistisch. "Der Aufschwung geht weiter, und er gewinnt sogar etwas an Breite", sagte IMK-Direktor Gustav Horn. Trotz der höheren Inflation beschleunigen der private Konsum und zunehmende Investitionen den Aufschwung.

Als Risiken sehen die Ökonomen den Austritt Großbritanniens aus der EU und die protektionistischen Töne des neuen US-Präsidenten. "Sorgen machen uns der Brexit und die Politik von Donald Trump", sagte Horn. "Es ist noch völlig offen, ob es bei einem Wetterleuchten bleibt, das vorüberzieht, oder ob sich da ein Gewitter nähert."

Seine Wachstumsprognose für 2017 erhöhte das Institut von 1,2 auf 1,3 Prozent. Im nächsten Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt um 1,8 Prozent zulegen. "Dabei bleibt die Wachstumsdynamik gleich – der niedrigere Durchschnittswert in diesem Jahr beruht darauf, dass mehr Feiertage auf einen Wochentag fallen."