Fast sieben Cent pro Kilowattstunde: So viel zahlen die Stromverbraucher – Privatleute und die allermeisten Unternehmen – derzeit für die Energiewende. Diese EEG-Umlage soll garantieren, dass Solar-, Wasser-, Wind- oder Bioenergiekraftwerke in Deutschland ihren Inhabern keine Verluste bescheren, und sie finanziert so den Ausbau der Erneuerbaren.

Sie lässt aber auch den Strompreis steigen. In den vergangenen Jahren wurde die Umlage immer höher. Als sie eingeführt wurde, im Jahr 2003, betrug sie gerade einmal 0,41 Cent pro Kilowattstunde. Sollte das bisherige System beibehalten werden, dürfte sie noch weiter wachsen.

Zum Teil liegt das paradoxerweise ausgerechnet am Erfolg der Energiewende: Während immer mehr Ökostrom produziert wird, laufen die Kohlekraftwerke aber weiter. Die Menge des Stromangebots lässt den Preis an der Börse fallen. Die Differenz zu den Herstellungskosten der Erneuerbaren aber steigt, und mit ihr die EEG-Umlage. Sie steigt auch, weil besonders stromintensiv produzierende Unternehmen sich von ihr befreien lassen können. Der Betrag, der durch die Ausnahmeregeln verloren geht, wird auf alle anderen umgelegt.

Die Mehrheit der Deutschen, 79 Prozent, finden die Ziele der Energiewende richtig. Das ergab eine repräsentative YouGov-Umfrage im vergangenen Herbst. Dass der Strom aber immer teurer wird gefällt ihnen wohl eher weniger, und den Verantwortlichen gefällt es auch nicht. Seit Jahren streiten Bundespolitiker darüber, was dagegen zu tun wäre.

Die Verbraucherzentralen schlagen jetzt einen Neuanfang vor. Sie wollen die Finanzierung umstellen. An die Stelle einer Umlage, die von den Stromkunden bezahlt wird, tritt in ihrem Modell – ganz oder teilweise – ein Energiewendefonds, in den Geld aus Einkommens- und Unternehmenssteuern fließt.

Die Idee ist nicht neu. Klaus Töpfer, der ehemalige Bundesumweltminister, warb schon vor drei Jahren für einen Energiewendefonds. Damals wurde nichts aus seiner Idee. Jetzt, kurz vor der Bundestagswahl im Herbst, bringt der Verbraucherzentrale Bundesverband vzbv sie erneut in die Debatte ein – und lädt Klaus Töpfer ein, um die Ergebnisse der Studie zu kommentieren. Durch einen Fonds, wie die Verbrauchervertreter ihn sich vorstellen, würden relativ gut verdienende Bürger und profitable Firmen die finanzielle Hauptlast der Energiewende tragen. Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen aber würden entlastet.