Der letzte Enkel des legendären Ölmagnaten John D. Rockefeller, David Rockefeller, ist gestorben. Im Alter von 101 Jahren erlag der frühere Banker in seinem Haus nördlich von New York einem Herzversagen, teilte die Rockefeller-Stiftung mit.

Vater des Milliardärs war John D. Rockefellers einziger Sohn; seine Mutter Abby eine Kunstmäzenin, die das Museum of Modern Art (MoMA) in New York mitgründete. Rockefeller selbst war Chef des Unternehmens, das heute die Bank JP Morgan Chase ist. Sein Reichtum wurde vom Forbes-Magazin zuletzt auf rund 3,2 Milliarden Euro geschätzt. 

Nach dem Tod seiner älteren Geschwister stand er an der Spitze eines weitreichenden Netzwerks aus Familieninteressen und galt als einer der wichtigsten Spender der USA. Jahr für Jahr spendete er unter anderem Millionen an seine Universität und das MoMA. Auch bei der von US-Investorenlegende Warren Buffett und Microsoft-Gründer Bill Gates gegründeten Initiative "The Giving Pledge" war Rockefeller Mitglied – und verpflichtete sich damit, mindestens 50 Prozent seines Vermögens abzugeben.

"Mir fiel auf, dass ich ein ziemlich spannendes Leben hatte"

Als bislang einziges Mitglied der für ihre Verschwiegenheit bekannten Rockefellers veröffentlichte der Milliardär 2002 eine Autobiografie. "Mir fiel auf, dass ich ein ziemlich spannendes Leben hatte", sagte er nach deren Erscheinen der New York Times. "Und ich dachte, dass meine Kinder und meine Familie vielleicht daran interessiert sind."

Trotz all des Reichtums sei Rockefeller aber auf dem Boden geblieben. Dem Forbes-Magazin sagte er einmal, dass ihm bewusst gewesen sei, wie viel Glück er im Leben gehabt hätte – und das Materielles nicht alles sei. "Ich bin überzeugt, dass materielle Dinge zwar viel zu einem schönen Leben beitragen können, aber wenn man keine Freunde und Familie hat, wird das Leben leer und traurig und materielle Dinge sind nicht mehr wichtig."

In den USA löste die Nachricht Bestürzung aus. Der frühere US-Präsident George Bush teilte mit, die Nachricht habe ihn zutiefst traurig gemacht. "So viele kannten ihn als einen der spendabelsten Wohltäter, dessen Fürsorge und Engagement für eine Reihe von wichtigen Sachen unzählige Leben erreicht und verbessert hat".

Auch Michael Bloomberg, früherer Bürgermeister von Rockefellers Heimatstadt New York, würdigte Rockefeller, der ein guter Freund gewesen sei. "Keine einzelne Person hat je über einen längeren Zeitraum mehr zum geschäftlichen und gesellschaftlichen Leben von New York beigetragen."