Mehr als eine Milliarde Menschen auf der Welt haben keinen Zugang zu Elektrizität. Das geht aus einem Bericht der UN-Initiative Sustainable Energy for All hervor, den die Weltbank und die Internationale Energieagentur (IEA) in New York vorstellten. Die Autoren des Berichts appellieren an die internationalen Regierungen, ihre Anstrengungen zu verstärken, um die von den UN formulierten Ziele für nachhaltige Energie bis 2030 zu erreichen.

Von der UN-Forderung nach weltweiter Elektrifizierung sind viele Länder dem Report zufolge weit entfernt. In manchen Staaten wie Angola oder der Republik Kongo nehme die Zahl der Menschen mit Zugang zu Strom sogar ab. Gleichzeitig würden immer mehr traditionelle Brennstoffe verwendet: Mehr als drei Milliarden Menschen kochen nach UN-Angaben mit gesundheitsschädlichen Stoffen wie Holzkohle oder Dung. Das Bevölkerungswachstum verhindere einen flächendeckenden Zugang zu sauberen Kochmöglichkeiten.

Die Daten seien ein Warnsignal für die Staatsoberhäupter der Welt, sagte Rachel Kyte, Generalsekretärin von Sustainable Energy for All. "Wir haben uns alle verpflichtet zu handeln, und mit jedem Tag, den wir es weiter hinausschieben, wird es unangenehmer und teurer."

Die Vereinten Nationen haben als Ziel ausgegeben, dass bis 2030 weltweit alle Haushalte Zugang zu Elektrizität haben sollten. Außerdem soll die Energieeffizienz verbessert und der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Energieversorgung verdoppelt werden. Die UN veröffentlichen alle zwei Jahre einen Bericht, in dem sie den Fortschritt bei diesen Zielen dokumentieren.

Dem aktuellen Report zufolge investieren die meisten Staaten zu wenig, um die Ziele zu erreichen. Einige Staaten machten aber Fortschritte, darunter Afghanistan, Kambodscha, Kenia, Sudan und Uganda. So hätten Afghanistan und Kambodscha etwa viele Solaranlagen gebaut. Weltweit gebe es zwar immer mehr erneuerbare Energie, doch der Anstieg reiche noch nicht aus. Zudem beschränkten sich die Verbesserungen in der Energieeffizienz hauptsächlich auf die Industrie. Private Haushalte verringerten ihren Energieverbrauch nicht in gleichem Maße. Besonders vorbildliche Staaten in Bezug auf Einsparungen seien beispielsweise Australien, China und Italien.