Die deutsche Inflationsrate ist erstmals seit knapp einem Jahr wieder gesunken. Im März kosteten Waren und Dienstleistungen im Schnitt nur noch 1,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Februar hatte die Teuerungsrate mit 2,2 Prozent noch den höchsten Wert seit Mitte 2012 erreicht. Der Rückgang steht Spekulationen entgegen, wonach die Europäische Zentralbank (EZB) rasch eine Abkehr von ihrer extrem lockeren Geldpolitik einleiten und die Zinsen erhöhen könnte.

Hauptgrund für den nachlassenden Preisdruck war die Entwicklung bei Rohöl, das deutlich weniger kostete als im Vormonat. Heizöl verbilligte sich dadurch um 4,2 Prozent zum Februar, Kraftstoffe wie Benzin waren 1,9 Prozent günstiger zu haben. Nahrungsmittel kosteten 1,6 Prozent weniger.

Die sinkende Inflation in Europas größter Volkswirtschaft nimmt Druck von der EZB, die geldpolitische Wende vorzubereiten. Die EZB strebt eine Inflation von knapp zwei Prozent an, was die Zentralbank als Idealwert für die Konjunktur und die Preisstabilität erachtet. Da die Teuerungsrate im Februar auch im Euroraum über diese Marke gestiegen war, wurde an den Finanzmärkten bereits über eine baldige Zinserhöhung spekuliert.

Die EZB hat den Leitzins auf null Prozent gesenkt, um die Gefahr einer Deflation – eines Preisverfalls – zu verhindern. Außerdem kauft sie in großem Umfang Staatsanleihen von Euroländern und versorgt dadurch die Wirtschaft mit Geld, um die Konjunktur zu stärken.