Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat der Weltwirtschaft für dieses Jahr ein stärkeres Wachstum vorhergesagt als zunächst angenommen. Dank der wieder anziehenden Wirtschaftsleistung in China, steigender Verbraucherpreise und robuster Finanzmärkte sei 2017 mit einem Wachstum von 3,5 Prozent zu rechnen – nach 3,1 Prozent im Vorjahr, teilte der IWF in Washington mit. Das sind 0,1 Prozentpunkte mehr, als im Januar prognostiziert wurde.

Für die Eurozone erwartete der IWF ein gleichbleibendes Wachstum von 1,7 Prozent. In den USA sollte die Wirtschaftsleistung um 2,3 Prozent zunehmen, nach 1,6 Prozent im Vorjahr. Japan prophezeiten die Experten 1,2 Prozent Wachstum, nach 1,0 Prozent im Vorjahr und China 6,6 Prozent, nach 6,7 Prozent 2016.

Damit scheint sich die Weltwirtschaft von den Folgen der Weltwirtschaftskrise von 2008 zu befreien. Diese liegt zwar schon Jahre zurück, doch hatte IWF-Direktorin Christine Lagarde danach von einer "neuen Mittelmäßigkeit" gesprochen, in der schwache Banken nur zögernd Kredite vergaben und überschuldete Regierungen durch Haushaltskürzungen das Wachstum abwürgten.

Kräftig in Infrastruktur investieren

Dazu kam die Abkühlung des sehr hohen Wirtschaftswachstums in China, das die Rohstofflieferanten des Landes von Australien bis Sambia in Probleme brachte. Darüber hinaus machten fallende Ölpreise den Energieunternehmen Schwierigkeiten.

Am Dienstag zeichnete der IWF einen optimistischeren Ausblick. Chinas Wirtschaftswachstum hat sich bei 6,9 Prozent im ersten Quartal stabilisiert. Die Verbraucherpreise steigen und der Ölpreis hat nach Förderkürzungen im vergangenen Jahr um 40 Prozent zugelegt. Investoren erwarten, dass China das Wachstum weiter stützt und US-Präsident Donald Trump seine Ankündigungen wahr macht, Steuern zu senken und kräftig in die Infrastruktur seines Landes zu investieren.

Probleme erwartet der IWF wegen der zunehmenden Gefahr geopolitischer Spannungen, der Errichtung von Handelshemmnissen und steigenden Zinsen in den USA. Auch könnten wohlhabende Staaten ihre Produktivität nur noch wenig steigern. Dort würden die Arbeitnehmer zudem immer älter, hieß es.