Deutsche Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen überdurchschnittlich hohe Steuern und Abgaben zahlen. Einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge musste ein lediger Angestellter ohne Kind im vergangenen Jahr im Schnitt fast die Hälfte seines Einkommens an den Staat abgeben. Dieser Wert ist unter den anderen 34 OECD-Ländern nur in Belgien höher.

Verheiratete Alleinverdiener mit zwei Kindern mussten laut der Studie wegen Zuschüssen wie Kindergeld und Steuervorteilen weniger an den Staat zahlen. Für ihre Arbeitseinkommen habe 2016 die Steuer- und Abgabenlast 34 Prozent betragen – der neunthöchste Wert der OECD-Staaten.

Bei allen Haushaltstypen lag die Belastung in Deutschland deutlich über dem Durchschnitt der OECD-Länder, teilte die Organisation mit. Das liege vor allem an hohen Sozialabgaben für Arbeitslosen-, Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.

Die Belastung sei im OECD-Raum insgesamt erneut leicht gesunken, sagte OECD-Experte Pascal Saint-Amans. "Allerdings ist dieser Trend vor allem das Resultat von Reformanstrengungen in einigen wenigen Ländern." Steuersenkungen könnten vor allem im Bereich der kleinen und mittleren Einkommen Arbeitsanreize schaffen und so ein wichtiger Motor für Wachstum sein, das allen zugute komme.  

In Deutschland hat sich die Steuer- und Abgabenlast beim alleinstehenden Durchschnittsverdiener seit 2013 um 0,2 Prozentpunkte erhöht. Seit dem Jahr 2000 ist sie allerdings um 3,5 Prozentpunkte gesunken.