Führende Wirtschaftsinstitute gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft 2017 moderat wachsen wird. Der Frühjahrsprognose zufolge wird sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2017 um 1,5 und im Jahr darauf um 1,8 Prozent erhöhen. Damit hoben die Forscher ihre Prognose leicht an: Im Herbst waren sie noch von einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent ausgegangen.

Dem Gutachten zufolge stützt sich das Wachstum in erster Linie auf den privaten Konsum. Die Arbeitslosenquote dürfte nach Einschätzung der Wirtschaftsforscher von 6,1 Prozent im vergangenen Jahr auf 5,7 im laufenden Jahr sinken. Die Inflation hingegen wird voraussichtlich steigen und soll 2017 1,8 Prozent erreichen. Die Forscher gehen außerdem davon aus, dass die öffentlichen Haushaltsüberschüsse zurückgehen werden.

Zwar gehen die Wirtschaftsinstitute davon aus, dass die Weltwirtschaft im Frühjahr 2017 "recht kräftig" wachsen wird. Allerdings kommen sie auch zu dem Schluss, dass die Unsicherheit über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen "erheblich" sei. So seien "die Vorhaben der neuen US-Regierung und ihre Wirkung auf die Weltwirtschaft unklar", heißt es in der Frühjahrsprognose.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump verfolge eine "protektionistische Agenda, deren Umsetzung negativ auf den Welthandel und Weltproduktion wirken würde", schreiben die Institute. Auch in Europa seien die politischen Entwicklungen und ihre langfristigen Auswirkungen nur schwer einzuschätzen, teilten die Gutachter mit Blick auf die Verhandlungen über einen EU-Austritt Großbritanniens und die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich mit.

Das Gutachten wird von dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin, dem Institut für Wirtschaftsforschung München, dem Institut für Weltwirtschaft Kiel, dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle und dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung Essen erstellt. Es dient der Bundesregierung als Grundlage für ihre eigene Frühjahrsprognose.