Die Ermittlungen rund um die Abgasmanipulationen bei Volkswagen richten sich jetzt auch gegen VW-Chef Matthias Müller. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart sagte, ging eine Anzeige der Finanzaufsicht BaFin gegen die damals amtierenden Vorstände der Porsche Automobil Holding SE ein – den heutigen Volkswagen-Chef Matthias Müller, seinen Vorgänger Martin Winterkorn sowie VW-Aufsichtsratschef Hans-Dieter Pötsch.

Die Ermittlungsbehörde untersucht den Verdacht von Kursmanipulationen von Porsche-Aktien wegen der VW-Dieselaffäre. Konkret geht es darum, ob Volkswagen die Anleger früh genug über die Erkenntnisse der US-Umweltbehörden wegen der Manipulation von Abgaswerten bei Millionen Diesel-Fahrzeugen informiert hat. Die BaFin sprach vom Verdacht der "informationsgestützten Marktmanipulation in Porsche-Aktien". Dem Gesetz zufolge müssen Nachrichten, die den Börsenkurs beeinflussen, umgehend (ad hoc) publiziert werden. Bei Marktmanipulation droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine hohe Geldstrafe.

Die Anzeige stammt bereits aus dem Sommer 2016. Dem Vorwurf der Marktmanipulation geht auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig nach. Sie ermittelt gegen Pötsch, Winterkorn und VW-Markenchef Herbert Diess. Eine Anzeige der Wertpapieraufsicht BaFin richtet sich auch gegen Porsche-Manager Philipp von Hagen, der inzwischen in den Vorstand des VW-Großaktionärs aufgerückt ist.

Ob in Stuttgart gegen alle vier Porsche-Manager ermittelt wird, wollte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, war Müller damals im Porsche-Vorstand für Strategie und Unternehmensentwicklung zuständig. VW habe sich nicht zu den Ermittlungen äußern wollen, sondern auf Porsche verwiesen. Ein Porsche-SE-Sprecher erklärte jedoch, er habe keine Kenntnis von der Strafanzeige