Im Handelsstreit zwischen China und den USA sind die beiden Großmächte aufeinander zugegangen und haben sich auf neue Handelserleichterungen geeinigt. China öffnet seinen Markt für US-amerikanisches Rindfleisch, während die USA den Import von gekochtem Geflügel aus China erlauben. Die Vereinbarungen, die US-Handelsminister Wilbur Ross in Washington präsentierte, erlauben außerdem Lieferungen von US-Flüssiggas nach China und mehr Marktzugang für Finanzdienste auf beiden Seiten.

US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping hatten bei einem Treffen im April in Mar-a-Lago in Florida einen 100-Tage-Aktionsplan vereinbart. Die Handelserleichterungen sind die ersten konkreten Ergebnisse der damit angestoßenen Verhandlungen.

China verkauft deutlich mehr Waren in die USA als umgekehrt. 2016 betrug das Handelsdefizit der USA mit China 347 Milliarden US-Dollar. Im Wahlkampf hatte Trump noch mit Strafzöllen gegen China gedroht. Er entschärfte seine Rhetorik nach seiner Amtsübernahme, auch aus Rücksicht auf die Kooperation mit China im Konflikt um das Atom- und Raketenprogramm in Nordkorea. Trump hatte aber mit Nachdruck gefordert, den chinesischen Markt weiter für Produkte und Dienstleistungen aus den USA zu öffnen.

Dass China nun Importe von US-Rindfleisch erlaubt, beendet ein Embargo von 2003, das wegen eines Ausbruchs von Rinderwahnsinn in den USA verhängt worden war. Der Markt für importiertes Rindfleisch in China, der heute besonders aus Australien und Lateinamerika bedient wird, wird auf 2,5 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt.

Im Gegenzug hatte China eine Öffnung des US-Marktes für chinesisches Geflügel gefordert, das bisher wegen bestimmter Tierkrankheiten in China nicht importiert werden durfte. Die US-Nahrungsmittelaufsicht hat nach einer Prüfung mitgeteilt, dass die Schlachtmethoden in China mit denen in den USA vergleichbar seien und China deswegen in Zukunft einen Anspruch auf Export von Geflügel in die USA habe. Allerdings gilt das nur für gekochtes und verarbeitetes Fleisch.

Außerdem dürfen US-Finanzdienstleiter, die elektronische Bezahldienste anbieten, von Juli an auch Lizenzen in China beantragen. Dieser Schritt ist die Folge einer Klage der USA bei der Welthandelsorganisation (WTO), die 2012 gegen China entschieden hatte. Seither hat China neue Richtlinien erlassen.

Auch US-amerikanische Ratingagenturen können ab Juli ihre Dienste in China anbieten, was Peking allerdings schon seit Dezember und damit vor Aufnahme der Verhandlungen mit der neuen US-Regierung in die Wege geleitet hatte. Umgekehrt wollen die USA chinesischen Banken den Zugang zum amerikanischen Markt erleichtern.