Fluggäste haben laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) keinen Anspruch auf Entschädigung, wenn ihr Flieger mit einem Vogel kollidiert und sich deshalb verspätet. Vogelschlag liege jenseits der Kontrolle der Fluggesellschaft, urteilten die Luxemburger Richter. Für solche besonderen Umstände sehe das EU-Recht Ausnahmen von der Entschädigungspflicht vor, die grundsätzlich bei Verspätungen von mehr als drei Stunden gilt. 

In dem Fall ging es um zwei tschechische Fluggäste, deren Flug von Bulgarien nach Tschechien letztlich mehr als fünf Stunden zu spät ankam. Grund waren zwei Inspektionen ihres Flugzeugs auf vorherigen Flügen – einmal nach einem technischen Problem und einmal nach Vogelschlag.

Der Europäische Gerichtshof entschied, dass technische Probleme kein "außergewöhnlicher Umstand" seien, sodass die Fluggesellschaft für die dadurch entstandene Verzögerung haftet. Anders verhält es sich bei Vogelschlag. Wenn sich – wie im vorliegenden Fall – Verspätungen addieren, kann die Airline die Zeit für den "außergewöhnlichen Umstand" abziehen, für den sie laut EU-Recht nicht geradestehen muss. Voraussetzung ist aber, dass sie alle zumutbaren Maßnahmen getroffen hat, um eine Verspätung zu vermeiden.