Mitten in den Verhandlungen über weitere Hilfszahlungen an das verschuldete Griechenland hat die EU-Kommission ihre Vorhersage für die Wirtschaftsentwicklung des Landes nach unten korrigiert. Die Behörde geht in diesem Jahr noch von einem Wachstum von 2,1 Prozent aus und 2018 von 2,5 Prozent. Mitte Februar hatte die Kommission noch 2,7 beziehungsweise 3,1 Prozent prognostiziert.

Als Grund nannte die Kommission einerseits die Unsicherheit von Investoren. Denn die Verhandlungen über weitere Auszahlungen aus dem Rettungsprogramm ziehen sich hin. Griechenland braucht bis zum Sommer neues Geld, wenn Rückzahlungen in Höhe von sieben Milliarden Euro anstehen. Die kann das Land aus eigener Kraft nicht leisten. Andererseits habe sich die Wirtschaft Ende 2016 schlecht entwickelt, was die Wirtschaftsaussichten für dieses Jahr beeinflusse, hieß es aus der EU-Kommission.

Anfang Mai hatten Medien gemeldet, dass die Verhandlungen erfolgreich seien. Die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB), der Euro-Rettungsfonds (ESM) und der Internationale Währungsfonds (IWF) hätten sich zu allen Themen geeinigt, hatte der griechische Finanzminister Efklidis Tsakalotos im Fernsehen gesagt. Allerdings hieß es vom Bundesfinanzministerium, dass es noch Klärungsbedarf etwa bei der Höhe des mittelfristig geplanten Haushaltsüberschusses gebe.

Am 22. Mai treffen sich die Eurofinanzminister. Dann wollen sie beraten, ob die aktuelle Reformüberprüfung abgeschlossen werden kann und Griechenland damit weitere Gelder aus dem Hilfspaket erhält. Grundsätzlich zugesagt wurden diese bereits 2015 mit dem dritten Hilfsprogramm. Voraussetzung ist, dass Griechenland zugesagte Reformen umsetzt und so langfristig seinen Schuldenberg in den Griff bekommt.