Die Billigflug-Branche in Deutschland wächst und wird vor allem durch die Expansion der beiden Anbieter Ryanair und Easyjet weiter vorangetrieben. Laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) kommt Ryanair inzwischen auf einen Marktanteil von 22 Prozent und Easyjet auf elf Prozent. In den vergangenen Monaten hätten beide die Zahl ihrer Verbindungen weiter ausgebaut, Ryanair um ein Viertel, Easyjet um elf Prozent. "Das Streckennetz der Low-Cost-Carrier erreicht mit 518 unterschiedlichen Strecken ab Deutschland in einem Winterhalbjahr einen neuen Höchstwert", sagte Studienleiter Peter Berster.

Weitere schnell wachsende Billigfirmen sind unter anderem die ungarische Wizz Air, die nächste Woche erstmals vom Frankfurter Airport abhebt, sowie Norwegian Air. Unangefochtene Marktführer bleiben aber die Lufthansa-Töchter Eurowings und Germanwings, die zusammen die Hälfte des Marktes kontrollieren. Dem DLR zufolge sind gut 23 Prozent aller Flüge ab Deutschland Low-Cost-Verbindungen, europaweit sind es 29 Prozent.

Ein Ticket kostete zwischen 44 und 105 Euro

Die neue Konkurrenz und die niedrigen Ölpreise drücken die Flugpreise weiter nach unten. Ein einfaches Ticket innerhalb von Europa habe im Erfassungszeitraum zwischen 44 und 105 Euro gekostet. Vor einem Jahr lag der Preis noch zwischen 64 bis 107 Euro. Vor allem zwei Fluglinien seien dafür verantwortlich: "Ryanair und Wizz haben trotz verstärkter Präsenz an Großflughäfen die Preise gegenüber dem letzten Jahr gesenkt und den Trend fallender Ticketpreise gestärkt", sagte Berster. 

Ryanair nahm den Frankfurter Airport im März mit zwei Maschinen ins Programm. Nach Aussagen des Betreibers will die Flotte nächstes Jahr auf zwölf Jets aufstocken. In Frankfurt fliegt ein Prozent der Passagiere mit Low-Cost-Vertretern. In Berlin-Schönefeld sind es hingegen knapp 90 Prozent, die Ryanair, Easyjet und andere nutzen – in Köln/Bonn sind es zwei Drittel.

Für die Preisstudie untersuchte das DLR die Ticketentwicklung auf Strecken kreuz und quer durch Europa bei verschiedenen Airlines. Abgefragt wurden Preise für Buchungen drei Monate im Voraus sowie einen Monat, eine Woche und einen Tag vor dem Abflug.