Der deutsche Staat kann bis Ende des Jahrzehnts weiter steigende Steuereinnahmen einkalkulieren. Das Bundesfinanzministerium gehe von einem Steuerplus für Bund, Länder und Gemeinden von 55 Milliarden Euro bis 2020 gegenüber der Steuerschätzung vom November aus. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Schätzerkreise.

Der Arbeitskreis der Steuerschätzer tagt von Dienstag an und wird am Donnerstag seine neue Schätzung bekannt geben. Voraussichtlich werden die Steuerschätzer dann wie schon im vergangenen Jahr verkünden, dass der Staat mehr Geld einnehmen wird als bislang kalkuliert. Ein Trend, der schon seit einigen Jahren zu beobachten ist und stark mit der guten wirtschaftlichen Lage Deutschlands verbunden ist.

Für dieses Jahr erwarte das Ministerium einen Anstieg der Einnahmen auf 735 Milliarden Euro. Das sind rund 10,5 Milliarden mehr, als die Schätzer noch im November berechnet hatten. Für das kommende Jahr werden die Einnahmen wohl auf 762 Milliarden Euro steigen, ein Plus von 10,2 Milliarden.

Allerdings profitierten Länder und Gemeinden stärker als der Bund von den zusätzlichen Einnahmen. Als Gründe dafür werden im Vorjahr beschlossene Steuersenkungen sowie höhere Bundeshilfen für die Länder bei Integrationsleistungen genannt. Zwar könne sich auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in diesem Jahr über einen niedrigen einstelligen Milliardenbetrag mehr freuen. Im nächsten Jahr könnten die Einnahmen für den Bund aber leicht geringer ausfallen als bisher erwartet.