Die US-Umweltbehörde EPA hat mindestens fünf Mitglieder des zentralen Wissenschaftsrates entlassen. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf einen Sprecher der Behörde. Die Wissenschaftler sollen durch Vertreter der Industrien ersetzt werden, die die EPA eigentlich beaufsichtigen soll.

"Wir sollten Menschen in diesem Gremium haben, die den Effekt der Regulierung auf die regulierten Branchen verstehen", sagte ein EPA-Sprecher dem Bericht zufolge zur Begründung der Entscheidung.

US-Präsident Donald Trump arbeitet an einem radikalen Umbau der Behörde, zu dem auch heftige Einschnitte im Budget gehören: Die Finanzierung soll um etwa 40 Prozent im zentralen wissenschaftlichen Etat reduziert werden. Die Regierung hat den neuen Behördenleiter Scott Pruitt außerdem angewiesen, wichtige Reformen zum Klimawandel und Wasserschutz aus der Präsidentschaft von Barack Obama rückgängig zu machen.

Bestimmte wissenschaftliche Daten zum Klimawandel sind bereits von den Webseiten der Behörde verschwunden. Auch hat Pruitt öffentlich bezweifelt, dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich sei.

Der Bund Besorgter Wissenschaftler in den USA kritisierte die Entscheidung der EPA. "Das passt voll und ganz zu den weitverzweigten Bemühungen, die Wissenschaft aus dem Weg einer Deregulierungsagenda zu räumen", sagte Ken Kimmell, der Präsident der Vereinigung laut New York Times. Man müsse verstehen, dass die Entlassungen und die Etatkürzungen im selben Zusammenhang stünden.

100 Tage Trump - Was hat Donald Trump wirklich verändert? US-Präsident Donald Trump ist seit 100 Tagen im Amt. Viele seiner politischen Vorhaben hat er angefangen, aber nicht zu Ende bringen können. Rieke Havertz, Chefin vom Dienst bei ZEIT ONLINE, zieht Bilanz. © Foto: ZEIT ONLINE