Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht in einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung Afrikas einen zentralen Schlüssel zur Stabilisierung einer in Unruhe geratenen Welt. Besonders in Afrika seien wegen Hungersnöten, Naturkatastrophen, Kriegen und Terrorismus sowie wegen des Klimawandels Millionen Menschen auf der Flucht.

"Wir wissen, dass Afrika in einer globalisierten Welt eines der größten geopolitischen Risiken für Wachstum und Stabilität der Weltwirtschaft ist", sagte Schäuble bei der Wirtschaftskonferenz im südafrikanischen Durban. Schon bei einem Treffen mit den EU-Ministern auf Malta hatte Schäuble für mehr Investitionen auf dem Kontinent geworben.

Afrika solle in Zukunft eine wichtige Rolle in der Weltwirtschaft spielen, hieß es während der dreitägigen Tagung, an der zahlreiche Spitzenpolitiker und Unternehmensführer teilnahmen. "Wir müssen auf die Tagesordnung der weltweiten wirtschaftlichen Zusammenarbeit auch Afrika nehmen".

Afrikas Wirtschaft soll Flüchtlingsandrang stoppen

Schäuble betonte, dass durch Hilfe für die afrikanische Wirtschaft auch die Migrationsbewegungen in Richtung Europa langfristig geschwächt würden. "Wenn Afrika nicht einigermaßen stabilisiert wird, werden wir in Europa schwer beherrschbare Probleme ohne Ende bekommen." Nach Angaben des Ministers seien von 400.000 deutschen Firmen bislang nur 800 auf dem afrikanischen Kontinent aktiv.

Die Gruppe der G20-Finanzminister solle afrikanischen Ländern helfen, genau abgestimmte Reformvorschläge zu entwickeln, um mehr private Investoren anzulocken, vor allem im Bereich Infrastruktur. "Zugleich werden wir darauf achten, dass die afrikanischen Länder auch das tun, was sie tun müssen", sagte Schäuble. 

In fünf afrikanischen Staaten, dazu gehören Ruanda, Marokko, Tunesien, die  Elfenbeinküste und Senegal, seien bereits konkrete  Voraussetzungen entwickelt worden, um die Wirtschaftsbeziehungen mit diesen Ländern zu stärken. Laut Schäuble hätten aber weitere Staaten Interesse angemeldet.

Der Finanzminister hofft, dass auch Südafrika, das im April von Ratingagenturen auf Ramschniveau herabgestuft wurde, von einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den G20-Staaten profitieren wird. "Wir setzen darauf, dass es positiv vorangeht."