Die deutsche Wirtschaft ist einer Studie zufolge dafür verantwortlich, dass in den anderen Staaten der Europäischen Union fast 4,8 Millionen Jobs gesichert werden. Eine dynamische deutsche Nachfrage behindere nicht die Entwicklung in den Nachbarländern, sondern sei eine "wichtige Triebfeder" für deren Wachstum, heißt es in einem Gutachten des Schweizer Beratungsinstituts Prognos, das von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) in Auftrag gegeben wurde. 

Demnach importierte Deutschland 2015 aus der EU Güter im Wert von fast 620 Milliarden Dollar. Würde sich die deutsche Wettbewerbsfähigkeit verschlechtern, würde das die Wirtschaftsleistung in der gesamten EU schwächen, heißt es in dem Gutachten. Von einer "Mär von der angeblich für unsere Nachbarstaaten schädlichen deutschen Wettbewerbsfähigkeit", sprach deswegen vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Von der deutschen Industrie und der Importnachfrage profitieren laut Prognos vor allem die direkten Nachbarländer. Hauptlieferanten seien die Niederlande, Frankreich und Belgien, gefolgt von Italien, Polen und Tschechien. Der Großteil der Importe entfällt laut der Studie auf den Bedarf der Industrie, 28 Prozent sind Konsumgüter. Allein in Polen sollen mehr als 890.000 Arbeitsplätze von der deutschen Nachfrage abhängen, mehr als in jedem anderen EU-Staat.