Die Zahl der Langzeitarbeitslosen nimmt nach den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) ab. Doch nur wenige Langzeitarbeitslose fallen aus der Statistik, weil sie einen neuen Job gefunden haben. Die meisten gelten wegen Krankheit, Rente oder Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen nicht mehr als Langzeitarbeitslose, wie aus einer Antwort der BA auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervorgeht.

Demnach beendete im vergangenen Jahr bloß jeder achte Langzeitarbeitslose seine Arbeitslosigkeit wegen einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Anders sieht es bei Arbeitslosen aus, die weniger als 12 Monate lang erwerbslos waren: Sie verlassen ihre Arbeitslosigkeit häufiger, indem sie einen regulären Job finden. So war es im Jahr 2016 bei knapp einem Drittel der Erwerbslosen, die aus der Statistik fielen.

"Langzeiterwerbslose finden nur selten einen neuen Job. Ihre Chancen sind deutlich schlechter als die von Kurzzeiterwerbslosen", sagte Zimmermann. Die Bundesregierung müsse endlich die Realität zur Kenntnis nehmen und deutlich mehr für die vielen Langzeitarbeitslosen tun. So müsse ausreichend Geld zur Unterstützung und für gute öffentlich geförderte Beschäftigung zur Verfügung gestellt werden.  

Langzeitarbeitslose haben oft eine schlechte Ausbildung

Die Bundesagentur für Arbeit begründet die Schwierigkeit für Langzeitarbeitslose, einen neuen Job zu finden, mit ihrer oft schlechten Ausbildung. Viele Langzeitarbeitslose wollten daher eine Stelle als Hilfskraft.

Insgesamt gab es im Durchschnitt des vergangenen Jahres 993.073 Langzeiterwerbslose. In diesem Mai waren es laut Statistik noch 910.000.