Im Streit um billige Stahlimporte mit Ländern wie China und Deutschland hat US-Präsident Donald Trump mit Handelshemmnissen gedroht. "Sie bieten Dumpingpreise beim Stahl an und sie zerstören unsere Stahlindustrie", sagte er zu Journalisten auf seinem Flug von den USA nach Frankreich, wo er inzwischen zu einem zweitägigen Staatsbesuch eingetroffen ist. "Sie tun es seit Jahrzehnten und ich werde es stoppen." Es gebe zwei Möglichkeiten: Quoten oder Zölle. "Vielleicht mache ich beides", sagte Trump laut eines Protokolls, das das Weiße Haus veröffentlicht hat.

Trump hatte bereits mehrmals eine in seinen Augen ungerechte Schwächung der US-Stahlindustrie beklagt und Strafzölle gegen deutsche Unternehmen wie Salzgitter und die Dillinger Hütte verhängt. Zeitgleich mit seinem Flug gen Europa traf sich sein Handelsminister Wilbur Ross mit Mitgliedern des Finanzausschusses des Senats, um über weitere Maßnahmen zu beraten. Nach Angaben von Teilnehmern des Treffens will Ross in der kommenden Woche Optionen vorlegen, wie sich Stahlimporte aus Gründen der nationalen Sicherheit einschränken lassen.

Trump selbst beklagte sich vor den Journalisten in der Air Force One generell über die Handelspolitik der europäischen Partner. "Sie sind sehr protektionistisch. Und wir sind es nicht", warf er ihnen vor. Die Europäische Union würde den Handel mit den Vereinigten Staaten behindern. "Wir haben Dinge, die wir kaum in die EU verkaufen können", sagte Trump, der sich auch zum Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen äußerte und dies mit dem Wettstreit mit Russland und China begründete.

"Russland macht sein Geld mit dem Verkauf von Öl, und wir haben unter uns so viel Öl wie kein anderer. Ich möchte das nutzen. Ich möchte nicht, dass uns das weggenommen wird durch das Pariser Abkommen", sagte Trump. "Ich möchte nicht, dass uns irgendjemand sagt, all dieser Reichtum, den die USA unter ihren Füßen haben, den China nicht hat und andere auch nicht, und wir können ihn nicht nutzen." Die USA seien gesegnet mit Bodenschätzen. "Wir werden noch dieses Jahr zum Exporteur von Treibstoff werden", sagte Trump. Die noch fertig zu bauende Keystone-Pipeline werde das Öl in den Golf von Mexiko bringen. "Und dort sind die Schiffe, um es überall hin zu bringen und mit Russland zu konkurrieren."

Auf seinem Flug nach Frankreich präzisierte Trump zudem seine Vorstellungen zu der von ihm gewünschten Grenzmauer zu Mexiko. Diese solle durchsichtig gestaltet werden. Grenzbeamte müssten auf die andere Seite blicken können, sagte Trump. Die Beamten müssten sehen können, wenn mexikanische Kriminelle 30 Kilogramm schwere Säcke mit Drogen über die Mauer werfen, sagte der US-Präsident. "So verrückt das klingt", fügte er hinzu. "Wenn dich die Dinger am Kopf treffen, dann ist es vorbei."

Trump hatte noch im Januar kurz vor seiner Amtsübernahme erklärt: "Es wird kein Zaun, es wird eine Mauer." Jetzt sagte er: "Es könnte eine Stahlmauer mit Öffnungen werden." Fachleute hatten jedoch schon länger erklärt, dass ein Zaun an vielen Stellen die bessere Lösung sei. Trump hielt auch an seinem Vorschlag fest, die Mauer könnte mit Solarzellen ausgestattet werden, um Energie zu erzeugen. Dies habe er nicht als Witz gemeint. Die Mauer müsse aber nicht durchgehend über den gesamten Grenzverlauf gehen, weil in vielen Bereichen auch natürliche Grenzen den Zweck erfüllen. "Wir haben Berge. Und wir haben Flüsse, die brutal und böse sind."