Die Runde der G20 meldet einen Erfolg: Die Wirtschaftsmächte einigten sich am Samstagvormittag auf eine gemeinsame Linie im weltweiten Handel – für Freihandel und gegen Protektionismus.

Die Gipfelteilnehmer sprachen sich für einen "wechselseitigen und gegenseitig vorteilhaften Rahmen für Handel und Investitionen" aus und betonten zudem den Grundsatz der Nichtdiskriminierung. Auch der "Kampf gegen Protektionismus einschließlich aller unlauterer Handelspraktiken" werde fortgesetzt, heißt es in dem Kommuniqué, das am Nachmittag endgültig verabschiedet werden soll. Ein EU-Vertreter sagte: ""Wir haben eine Erklärung – nicht 19 zu 1, sondern mit allen 20".

Das galt nicht als selbstverständlich. Das Bekenntnis zum freien Handel und gegen Protektionismus wird als Zugeständnis der USA aufgefasst. Vor dem Gipfel wurde befürchtet, Donald Trump könnte einen Kompromiss verweigern.

Konkreter Anlass dieser Sorge war die "America-First"-Politik des US-Präsidenten und seine Idee, die heimische Stahlindustrie durch das Verhängen von Strafzöllen auf Stahlimporte zu stärken. Allerdings erkennen die G20 in ihrem Bekenntnis zum Freihandel auch die "Rolle legitimer Verteidigungsinstrumente im Handel" an.

Keine Klarheit herrscht allerdings in der Frage, wie die Sonderrolle der USA im Klimaschutz aussehen soll. Erwartet wird, dass die anderen G20-Staaten den Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem Pariser Klimaabkommen offiziell "zur Kenntnis nehmen" werden. Ein besonderer Streitpunkt ist eine Passage, auf die die USA pochen: Die Trump-Regierung wolle andere Länder bei der sauberen Nutzung fossiler Energien unterstützen. Die Nutzung fossiler Energien muss aber auslaufen, wenn die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden sollen.