Eine alte Steinmauer instand zu setzen, neue Steine darin zu verbauen und das Ganze anschließend zu verputzen ist selbst für Heimwerker mit wenig Übung kein Problem. In 50 Metern Höhe die maroden Ziegel eines alten Fabrikschlotes auszutauschen und das Ganze neu zu verputzen ist hingegen eine Herausforderung. Hier ist das Know-how von sogenannten Feuerungs- und Schornsteinbauern gefragt.

Sie schaffen das Mauerwerk für Kamine, Schornsteine, Abgaskanäle und Feuerstellen. Sie verfugen und verputzen anschließend alles fachgerecht. Sie montieren Fertigteile wie beispielsweise Schornsteinbänder, Schornsteinkopfabdeckungen und Blitzschutzeinrichtungen an den Schornsteinen. Außerdem überprüfen und sanieren sie bestehende oder bauen neue Industrieschornsteine aus Stahlbeton und installieren Abgasleitungen. Das alles immer in großer Höhe auf einem schmalen Gerüst, das sie selbst auf- und abbauen.

Mitunter müssen Feuerungs- und Schornsteinbauer auch ins Innere von Schornsteinen hinabsteigen, etwa um den exakten Innendurchmesser zu ermitteln oder ein metallenes Abgasrohr zu fixieren. Platz- oder Höhenangst dürfen Feuerungs- und Schornsteinbauer also nicht haben. Selbst wenn sie beim Bauen von Feuerungsanlagen wie beispielsweise Industrieöfen oder Abgaskanälen auch ebenerdig arbeiten.

Feuerungs- und Schornsteinbauer müssen nicht nur schwindelfrei sein und dürfen keine Angst vor engen Räumen haben. Sie benötigen körperliche Fitness und müssen dauerhaft belastbar sein. Sie brauchen handwerkliches und motorisches Geschick und sollten gerne im Team arbeiten. Sie müssen Baustoffe präzise verarbeiten können, weil die zu verarbeitenden Steine auf den Millimeter genau gemauert werden.

Für den Beginn der dreijährigen, dualen Ausbildung ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, aufgrund der Voraussetzung von Grundkenntnissen der Mathematik und Physik ist ein Hauptschulabschluss jedoch empfehlenswert.

Innerhalb der Ausbildung lernen Azubis wie man Schornsteine und Öfen baut und saniert. Sie lernen zu mauern, das Anrühren von Spezialbeton im richtigen Mischungsverhältnis und den Bau von Schalungsformen.

Dazu müssen sie die unterschiedlichen Werkzeuge beherrschen und die Baustoffe und deren Eigenschaften kennen. Was muss beim Bau von Baukörpern beachtet werden? Was muss man bei der Verwendung von Steinen, Betonmischungen Wandputz und Estrich wissen? Welche Dämmstoffe gibt es und wann werden sie angewendet? Wie werden Schalungsformen hergestellt? Welche feuerfesten Materialien gibt es? Wie werden Bauwerke gegen Feuchtigkeit abgedichtet?

Neben bauspezifischem Wissen stehen auch sicherheitsrelevante Themen ganz oben auf dem Lehrplan. Was gehört zur Sicherheitsausrüstung dazu? Wie muss die Sicherheitsausrüstung angelegt werden? Was ist bei welchen Witterungsverhältnissen zu beachten?

Abgeschlossen wird die Ausbildung mit einer praktischen und theoretischen Prüfung. Mit einigen Jahren Berufserfahrung können Feuerungs- und Schornsteinbauer zum Vorarbeiter aufsteigen, sich zum Industriemeister weiterbilden oder mit entsprechender Schulbildung ein Studium des Bauingenieurwesens anschließen.

Schon während der Ausbildung sind Feuerungs- und Schornsteinbauer auf Baustellen im Einsatz, nicht selten auch weit entfernt vom eigenen Wohnort und das für mehrere Tage oder sogar Wochen.

Staub und Schmutz sowie Arbeiten in gebückter Haltung gehören zum Arbeitsalltag dazu. Zudem ist die Arbeit nicht ungefährlich. Jeder Schritt, jeder Handgriff muss mit Bedacht ausgeführt werden, um die eigene oder die Gesundheit der Kollegen nicht zu gefährden.

Auf dem Arbeitsmarkt sind die Chancen gut. Wie in vielen anderen Handwerksberufen auch sind qualifizierte Feuerungs- und Schornsteinbauer derzeit gefragt. Zudem ist die Entlohnung mit etwa 700 Euro im ersten, und bis zu 1.300 Euro im dritten Ausbildungsjahr überdurchschnittlich hoch. Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt mit zwischen 2.200 und 3.000 Euro ebenfalls über dem vieler anderer Handwerksberufe. 

  • Ausbildung: dreijährige, duale Ausbildung zum Feuerungs- und Schornsteinbauer
  • Gehalt: Das Einstiegsgehalt liegt, abhängig von der Region und vom Auftraggeber, zwischen 2.200 und 3.000 Euro.
  • Arbeitszeit: etwa 40 Stunden/Woche