Der deutsche Staat hat im ersten Halbjahr 2017 einen Überschuss von 18,3 Milliarden Euro erzielt. Das teilte das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mit. Demnach erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent.

Damit erzielen Bund, Länder und Gemeinden das höchste Plus aus eigener Kraft seit der Wiedervereinigung. Höher war der Überschuss nur im zweiten Halbjahr des Jahres 2000 mit gut 28,8 Milliarden Euro. Damals brachte die Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen dem Staat Sondereinnahmen.

Im Juli waren zudem nur 2,5 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos. Dies stellt den niedrigsten Wert für den Monat Juli seit der Wiedervereinigung dar. Die hohe Anzahl an Beschäftigten sorgt für höhere Steuereinnahmen und steigende Sozialbeträge.

Deutschland weit entfernt von Schuldenobergrenze

Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag der Überschuss im ersten Halbjahr nach Berechnungen des Bundesamtes bei plus 1,1 Prozent. Europas größte Volkswirtschaft ist damit weiterhin weit entfernt von der Schuldenobergrenze, die sich die Europäer in den Verträgen von Maastricht zugestehen. Erlaubt ist demnach höchstens ein Defizit von drei Prozent der nominalen Wirtschaftsleistung. Zuletzt verfehlte Deutschland diese Marke im Gesamtjahr 2010 mit einem Minus von 4,2 Prozent. Die vergangenen drei Jahre brachten jeweils Überschüsse.

Nach Einschätzung von Ökonomen wird die deutsche Wirtschaft weiterhin wachsen. Die Bundesbank etwa geht davon aus, dass der Aufschwung in diesem Jahr noch kräftiger ausfallen könnte. Die Notenbank deutete an, ihre Prognose von 1,9 Prozent Wachstum 2017 noch zu erhöhen.