Besser dran sind all diejenigen, die eine Pauschalreise gebucht haben. In diesem Fall hat der Reiseveranstalter den schwarzen Peter und muss sich darum kümmern, dass die Urlauber befördert werden.

Wie geht es weiter mit der Airline?

Der Plan der Gläubiger, der Verwalter und des Managements sieht vor, dass Interessenten noch bis zum kommenden Freitag Angebote einreichen können. Am Donnerstag nächster Woche sollen diese geprüft sein und eine Entscheidung fallen. Angesichts der Ausfälle ist jedoch nicht mehr sicher, dass dieser Zeitplan gehalten werden kann.

Denn es dürften kaum noch Kunden bereit sein, ein Ticket bei der Airline zu kaufen, sofern nicht gesichert ist, das sie fliegt. Zugleich verbrennt das Unternehmen mit jedem Tag Stillstand einige Millionen Euro – Geld das ein neuer Eigentümer zurückzahlen müsste. Der vom Gericht bestellte Generalbevollmächtigte des Unternehmens, Rechtsanwalt Frank Kebekus, warnte am Dienstag: "Wenn sich die Situation nicht kurzfristig ändert, werden wir den Betrieb und damit jegliche Sanierungsbemühungen einstellen müssen."

Wie verhalten sich mögliche Käufer?

Von den bisher bekannten Interessenten hielten sich am Dienstag fast alle bedeckt. Der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl sagte unabhängig von den Flugausfällen, er erwäge gerichtliche Schritte, falls er im Rennen um Air Berlin den Kürzeren zieht. Er würde aber auf einen solchen Schritt verzichten, "wenn unser Angebot objektiv nicht das Beste war und/oder eine Regelung gefunden wurde, die trotzdem im Interesse der Sache okay ist", schrieb Wöhrl dem Berliner Tagesspiegel. Wenn das nicht der Fall sei und die Chance bestehe, mit einer Klage etwas zu erreichen, werde er vor Gericht gehen, betonte er. Wöhrl bietet mit seiner Firma Intro bis zu 500 Millionen Euro für die Airline.