Air Berlin - Rund 80 Prozent der Mitarbeiter haben gute Übernahmechancen Die Gewerkschaft Verdi hingegen zeigt sich besorgt. © Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images

Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin sieht im laufenden Verkaufsprozess gute Jobperspektiven für 80 Prozent der Beschäftigten. "Es wird uns nicht möglich sein, alle Arbeitsplätze zu erhalten", sagte Sachwalter Lucas Flöther. Mehrere Tausend Beschäftigte könnten aber bei der Lufthansa unterkommen. Mit dem deutschen Marktführer laufen Verhandlungen über den Verkauf von Teilen der Fluggesellschaft Air Berlin sowie ihrer Tochtergesellschaften. Zudem wolle die britische Fluggesellschaft easyJet einen Teil der Flotte übernehmen, was weitere Arbeitsplatzperspektiven bringe.

"Wir sind noch nicht am Ziel unserer Verhandlungen", sagte der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus. "Ein stabiler Flugbetrieb in den kommenden Tagen und Wochen ist Grundvoraussetzung für den Erfolg." Das Unternehmen verhandelt bis 12. Oktober über einen Verkauf, die Zustimmung der EU-Kommission wird für das Jahresende erwartet.

Vorwurf politischer Einflussnahme zurückgewiesen

Air Berlin hatte Ende März 8.600 Mitarbeiter, darunter auch Teilzeitkräfte. Dem Unternehmen liegen eigenen Angaben zufolge von der Lufthansa Angebote für die Regionalflugtochter Walter (LGW), die österreichische Ferienfluggesellschaft Niki sowie Teile von Air Berlin vor. Über die Höhe des Kaufpreises wurden keine Angaben gemacht. Hierzu hieß es nur, dass eine gute Chance bestünde, den Kredit der Bundesregierung, in Höhe von mehr als 150 Millionen Euro, zurückzuzahlen. Ohne dieses Geld hätte man den Flugbetrieb von Air Berlin kurz vor dem Insolvenzantrag am 15. August einstellen müssen, sagte Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann.

Vorwürfe von Interessenten über einen Einfluss der Politik auf das Verfahren bezeichnete Sachwalter Flöther als "völlig abwegig". Vertreter der Bundesregierung und des Landes Berlin hatten sich allerdings für die Lufthansa als Käufer starkgemacht. Flöther sagte, dass diejenigen Bieter den Zuschlag bekämen, "die das beste Angebot zugunsten der Gläubiger vorlegen". Ausnahmen dieses Prinzips gebe es nur, "wenn die Bieter aus kartellrechtlichen Gründen nicht infrage kommen oder nicht die nötigen Finanzmittel nachweisen können". Der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl hatte bis zu 500 Millionen Euro für das gesamte Unternehmen von Air Berlin in Aussicht gestellt. Nach aktuellem Stand geht er aber wohl leer aus.