Die britische Regierung ist einem Bericht zufolge bereit, der EU im Zuge des Brexits mindestens 20 Milliarden Euro zu zahlen. Premierministerin Theresa May wolle diesen Betrag bei ihrer Grundsatzrede am Freitag in Florenz anbieten, berichtet die Financial Times unter Berufung auf Insider. Darüber sei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von der britischen Seite bereits informiert worden.

Die Höhe der Summe, die Großbritannien der EU nach dem Brexit schuldet, ist einer der größten Streitpunkte zwischen der EU und der britischen Regierung. Dabei geht es um den britischen Anteil für Finanzentscheidungen, die man gemeinsam getroffen hat, etwa für den EU-Haushalt, für gemeinsame Fonds sowie für Pensionslasten. In Brüssel wird in diesem Zusammenhang immer wieder ein Betrag von 60 Milliarden Euro genannt. Die Briten halten das für viel zu hoch.

Zuletzt hatte die britische Regierung versucht, mit einer Reihe von Positionspapieren zur Klarheit in den chaotischen Brexit-Verhandlungen beizutragen. Eines beschäftigt sich zum Beispiel mit der Zollunion.

Damit die britische Wirtschaft ab März 2019 nicht zu hart vom Brexit getroffen wird, soll es nach den Vorstellungen der britischen Regierung eine neue, für die eigenen Bedürfnisse maßgeschneiderte "Übergangszollunion" geben. Diese soll es den Briten im Unterschied zur bisherigen Regelung erlauben, mit anderen Ländern in aller Welt über neue Handelsabkommen zu verhandeln.