Die Bundesregierung rechnet mit einem Anstieg des Wirtschaftswachstums in Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde in diesem Jahr voraussichtlich um 2,0 Prozent und im kommenden Jahr um 1,9 Prozent steigen, teilte die Regierung in ihrer Herbstprognose mit. Die Werte sind deutlich höher als in der Frühjahrsprognose vom April. Damals war die Bundesregierung von einem Wachstum von 1,5 Prozent für dieses und 1,6 Prozent für kommendes Jahr ausgegangen.

"Der deutschen Wirtschaft geht es gut", sagte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD). Die nächste Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass das so bleibt. Die Konjunktur in Deutschland habe "an Schwung und Breite gewonnen" und bleibe auch in den kommenden Jahren auf Wachstumskurs.

Viele geringfügig beschäftigte Menschen und Befristungen

Die Bundesregierung geht in ihrer Prognose davon aus, dass in den kommenden zwei Jahren weniger Menschen arbeitslos sein werden. Im Jahr 2018 könnten dem Papier zufolge 44,8 Millionen Menschen einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Anzahl der Arbeitslosen werde auf knapp unter 2,5 Millionen sinken. Gemeinsam mit steigenden Löhnen werde diese Entwicklung zu höheren Konsumausgaben der privaten Haushalte führen.   

Trotz des positiven Trends gebe es auch Probleme, sagte Zypries. So gebe es nach wie vor abgehängte Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit. "Es bleibt weiter ein Problem, dass wir noch immer relativ viele geringfügig beschäftigte Personen haben." Zudem hätten zu viele Frauen und Männer befristete Jobs.

Laut Prognose werden die Verbraucherpreise in diesem Jahr um 1,8 Prozent und im kommenden Jahr um 1,6 Prozent steigen. Grund seien die steigenden Preise für Energie und Nahrungsmittel. Außerdem erwartet die Bundesregierung, dass die Importe stärker zunehmen werden als die Exporte.

Die Wachstumsprognose des Bundes bildet die Grundlage für die amtliche Steuerschätzung vom 7. bis 9. November in Braunschweig und dient als Orientierungsrahmen für die Aufstellung der öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen. Die Steuerschätzung dürfte deutlich machen, wie groß der finanzielle Spielraum der künftigen Regierung ist, um Wahlversprechen einzulösen.