In einer gemeinsamen Initiative gegen unterschiedliche Qualitätsstandards wollen neun osteuropäische EU-Staaten für eine höhere Lebensmittelqualität in ihren Ländern eintreten. Die Slowakei, Tschechien, Polen, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bulgarien, Rumänien und Litauen sehen sich von internationalen Firmen benachteiligt. Die Staaten werfen den Konzernen vor, Lebensmittel von schlechterer Qualität zu höheren Preisen nach Osteuropa zu verkaufen.

"Es darf in der Europäischen Union keine Bürger zweiter Klasse geben", sagte die slowakische Agrarministerin Gabriela Matečná in Bratislava. Dort trafen sich Agrar- und Lebensmittelexperten aus den neun Staaten, um Testergebnisse zu vergleichen und um über weitere Schritte zu beraten.

Für den 13. Oktober ist in der slowakischen Hauptstadt ein Gipfeltreffen mit dem Titel "Gleiche Produktqualität für alle" angesetzt. Daran sollen auch die für Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissarin Věra Jourová und Vertreter des EU-Parlaments teilnehmen.

In den vergangenen Monaten hatten einige osteuropäische Staaten wiederholt den Vorwurf erhoben, minderwertige Lebensmittel zu erhalten. Mehrere Vergleichstests sollten eine faktische Grundlage für diese Anschuldigung schaffen.