Die Sammelklagen wegen Kartellverdachts gegen den Volkswagen-Konzern, Daimler und BMW werden vor einem Gericht in der US-amerikanischen Stadt San Francisco verhandelt. Als zuständigen Richter ernannte ein Justizausschuss in der vergangenen Woche den bereits für die Klagen im Abgasskandal zuständigen Charles Breyer. Den deutschen Autoherstellern werden jahrzehntelange verbotene Absprachen vorgeworfen, die unter anderem zu überhöhten Preisen geführt haben sollen.

Die Bündelung der Fälle an einem Gerichtsstandort soll das Verfahren vereinfachen. Die Anschuldigungen in den Klageschriften lesen sich weitgehend deckungsgleich und basieren vor allem auf einer Geschichte des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, der ebenfalls über die Zusammenführung der Klagen in Kalifornien berichtete. Beim VW-Konzern sind auch die Töchter Audi, Porsche und Bentley angeklagt. Zudem wird in mindestens einem Fall der Zulieferer Bosch mitbeschuldigt.

Die Absprachen sollen seit den Neunzigerjahren stattgefunden und es sollen sich mehr als 200 Mitarbeiter der Unternehmen in über 60 Arbeitsgruppen abgestimmt haben. Alle Bereiche der Autoentwicklung – Benzin- und Dieselmotoren, Bremsen, Kupplungen und Getriebe – waren von den Absprachen betroffen. Auch über die Abgasreinigung der Dieselfahrzeuge wurden Absprachen geführt.