Für ein Stück Butter aus dem Supermarkt müssen Verbraucher im Schnitt 70 Prozent mehr bezahlen als noch vor einem Jahr. Seit Anfang September kletterte der Preis für ein 250-Gramm-Stück im Supermarktregal auf ein Rekordhoch von 1,99 Euro, meldet das Statistische Bundesamt. Sahne, Milch und Quark kosten jeweils etwa 30 Prozent mehr, auch Käse und Joghurt sind deutlich teurer als noch im Vorjahr. Die Preissteigerung geht offenbar von den Bauern aus, die die Verteuerungen an den Großhandel und letztendlich die Endverbraucher weitergegeben.

Laut dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter könnten die Preise allerdings bald wieder fallen: Gerade laufen die Verhandlungen über neue Halbjahres-Lieferverträge zwischen den Molkereien und Lebensmittelhändlern. Die Milchmenge sei deutlich gestiegen, das drücke erfahrungsgemäß die Preise, sagte Verbandssprecher Hans Foldenauer der Nachrichtenagentur dpa.

Im Moment bekämen die Bauern von den Molkereien durchschnittlich 38 Cent je Liter Rohmilch. In den vergangenen Monaten seien es 35 Cent je Liter gewesen. "Damit konnte man wieder die Rechnungen bezahlen und die eine oder andere aufgeschobene Reparatur. Aber an eine Rückführung der Kredite ist überhaupt nicht zu denken." Damit steuere die Branche "auf die nächste Milchmarktkrise zu", sagte Foldenauer. Im September hatte der Verband ein Preisniveau von etwa 40 Cent gefordert.