Stürme und deren direkte Folgen wie Starkregen, Überflutungen und Erdrutsche waren im vergangenen Jahr die Hauptursache wirtschaftlicher Schäden durch Wetterkatastrophen. Das geht aus dem an diesem Donnerstag veröffentlichten Globalen Klima-Risiko-Index 2018 hervor. In dem Index, den die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch jährlich herausgibt, landet Fidschi auf Platz 3 der am stärksten von Extremwetter betroffenen Staaten im Jahr 2016.

Deutschland steht in dem Index auf Rang 42, Haiti auf Platz eins."Haiti wurde 2016 vom stärksten Hurrikan seit über 50 Jahren heimgesucht", sagt David Eckstein von Germanwatch, einer der Autoren. "Stürme mit nie zuvor beobachteter Wucht haben Inselstaaten zuletzt verheerend getroffen." Bei vielen der im vergangenen Jahr am stärksten von Unwetterkatastrophen betroffenen Länder folgten auf Dürren extreme Regenfälle. Dies führte zum Beispiel in Simbabwe, dem 2016 am zweitstärksten betroffenen Land, zu Überschwemmungen mit circa 250 Toten und Tausenden Obdachlosen.

Am stärksten betroffen sind ärmere Staaten

Eine Reihe von Entwicklungs- und Schwellenländern haben mittlerweile regelmäßig mit Wetterkatastrophen zu kämpfen. In den vergangenen 20 Jahren waren laut Globalem Klima-Risiko-Index Honduras, Haiti und Myanmar die am schwersten getroffenen Länder. Weltweit kamen in dieser Zeit mehr als 520.000 Menschen durch Extremwetterereignisse zu Tode. Die wirtschaftlichen Schäden beliefen sich auf etwa 3,16 Billionen US-Dollar.

Im Langfrist-Index zeigt sich vor allem die große Verwundbarkeit ärmerer Staaten. Neun der zehn von 1997 bis 2016 meistbetroffenen Staaten sind Entwicklungsländer. Doch auch Industrienationen leiden unter Wetterextremen. Im Ranking der vergangenen 20 Jahre liegt Deutschland auf Rang 23. Die Bundesrepublik ist damit nach Frankreich und Portugal die am drittstärksten betroffene Industrienation. Gründe sind neben der Hitzewelle im Sommer 2003 schwere Stürme wie der Orkan "Kyrill" 2007 und wiederholte Hochwasser an Elbe, Donau, Rhein und Oder. Die USA landen im Index für 2016 mit 267 Todesopfern und rund 47,4 Milliarden US-Dollar Schäden auf Rang 10. Germanwatch betonte außerdem, nach jetzigem Stand könne 2017 das Jahr mit den weltweit größten Schäden durch Extremwetter werden, die jemals registriert wurden.

Die Organisation berechnet den Index mit Daten des Rückversicherers Munich Re. Er erfasst die Zahl der unwetterbedingten Toten sowie die Höhe der materiellen Unwetterschäden pro Land und setzt diese Werte dann in Beziehung zu Bevölkerungszahl und Bruttoinlandsprodukt, um die Auswirkungen im Vergleich zu Größe und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit zu messen.