Das Weltwirtschaftsklima ist nach einer Erhebung des Münchner ifo-Instituts auf den höchsten Stand seit sechseinhalb Jahren gestiegen. Das Klima habe sich in nahezu allen Weltregionen verbessert, teilte das Institut mit. Das Barometer für das Geschäftsklima kletterte im vierten Quartal um 3,9 auf 17,1 Punkte. "Die allmähliche Erholung der Weltwirtschaft dürfte damit an Schwung gewinnen", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Die befragten Experten schätzten die aktuelle Lage demnach überall positiver ein, außer im Nahen Osten und in Nordafrika. Fragen nach der erwarteten Entwicklung der Weltwirtschaft beantworteten die Experten unterschiedlicher. In den Schwellen- und Entwicklungsländern erwarteten die Experten ein Anziehen der Konjunktur. Insbesondere Lateinamerika trug zu einem Anstieg der Erwartungen bei. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften nahm der Optimismus hingegen ab.  

Die Preise dürften den Experten zufolge weltweit wieder schneller steigen. Der Welthandel werde jedoch voraussichtlich schwächer wachsen. Gleichzeitig sehen weniger Experten als in vorherigen Umfragen Exportbeschränkungen als gesamtwirtschaftliches Problem. "Der Wert des US-Dollars gegenüber den anderen Währungen dürfte zunehmen", sagte ifo-Präsident Clemens Fuest.

Für die Erhebung befragte das ifo-Institut im Oktober 1.117 Experten aus 120 Ländern.

Internationaler Währungsfonds sieht positive Entwicklung in Europa


Der Internationale Wirtschaftsfonds (IWF) sieht die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Europa positiv. "Die europäische Erholung hat sich verstärkt und merklich verbreitert", heißt es im aktuellen regionalen Ausblick des Fonds. Das Wachstum in Europa liefere einen großen Beitrag zur Steigerung der globalen Wirtschaftsleistung.

"Diese Erholung sieht immer langlebiger aus", sagte der stellvertretende IWF-Direktor für Europa, Jörg Decressin. Die Länder Europas könnten in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent rechnen. 2018 soll es mit 2,1 Prozent ähnlich hoch ausfallen. Der Ausblick bezieht sich auf den gesamten Kontinent, nicht nur auf die Länder der EU.

Die größte Unsicherheit bleibe der Brexit. Es stelle sich die Frage, wie die Handelsbeziehungen zu Großbritannien nach dem geplanten EU-Austritt aussehen sollen. Ein "störender" Brexit könne negative Folge haben. "Unter solchen Umständen ist unsere Sorge, dass das Wirtschaftswachstum darunter leiden wird – besonders in Großbritannien, aber auch im Euroraum", sagte Decressin. "Wir sehen dann möglicherweise ein deutlich geringeres Wachstum, als wir derzeit projizieren."