Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurde das Wachstum vom Außenhandel angetrieben – so stiegen die Exporte im dritten Quartal stärker als die Importe. Auch die Bruttoanlageinvestitionen trugen demnach zum Wachstum bei: Vor allem in Ausrüstungen wurde mehr investiert. Das Wirtschaftswachstum fiel damit stärker aus als erwartet. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich 0,6 Prozent vorausgesagt.

Staatlicher und privater Konsum lagen hingegen ungefähr auf dem Niveau des Vorquartals. Auch in der ersten Jahreshälfte war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gestiegen, so zog es nach aktualisierten Zahlen im ersten Quartal um 0,9 Prozent und dann um 0,6 Prozent an. Die Angaben zum dritten Quartal sind vorläufig, ausführliche Ergebnisse will das Statistische Bundesamt am 23. November bekannt geben.

Erbracht wurde die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal von rund 44,5 Millionen Erwerbstätigen. Das war ein Anstieg von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Qualifizierte Arbeitnehmer fehlen

Besonders erfreulich sei, dass der Aufschwung nun mehr und mehr investitionsgetrieben sei, sagte der Ökonom Michael Holstein von der DZ-Bank der Nachrichtenagentur Reuters. "Wenn die Unternehmen nun verstärkt investieren, wird das auch die Produktivität stützen." Das könne dann auch zu stärkeren Lohnsteigerungen führen. "Alles in allem signalisieren Stimmung und Arbeitsmarkt: Der Aufschwung geht weiter, steht auf einer breiten Basis und das BIP-Wachstum wird 2018 über zwei Prozent liegen", sagt auch Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim.

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank in Liechtenstein weist allerdings auch auf einen Schwachpunkt hin. Die deutsche Wirtschaft könne noch stärker wachsen, wenn es mehr qualifizierte Arbeitnehmer gäbe. Vor allem im Handwerk drohe der Arbeitskräftemangel zu einer echten Wachstumsbremse zu werden.

Inflationsrate gesunken

Wie das statistische Bundesamt außerdem mitteilte, sank die Inflationsrate im Oktober auf 1,6 Prozent. Im September waren es noch 1,8 Prozent gewesen. Verantwortlich für den Rückgang sind vor allem die Energiepreise. Sie erhöhten sich mit 1,2 Prozent weniger als halb so stark wie im Vormonat. Preistreiber hingegen waren erneut Nahrungsmittel: Für sie mussten Verbraucher 4,3 Prozent mehr bezahlen als im Oktober 2016 – das ist der stärkste Anstieg seit acht Monaten. Dies spüren Konsumenten vor allem bei Butter, die sich um 54 Prozent verteuerte.

Trotz der guten Konjunktur ist der Preisdruck damit vergleichsweise niedrig und liegt unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese strebt für den Währungsraum Raten von knapp zwei Prozent an, die sie für die Konjunktur als ideal ansieht.